Gesetze Gesetzesänderungen 2016

2016: Gesetzesänderungen

Zum 1. Januar 2016 sind wieder zahlreiche Gesetzesänderungen in Kraft getreten. Im Laufe des Jahres 2016 treten weitere Änderungen in Kraft. In der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen, wirken sie sich für jeden Einzelnen doch teilweise nachhaltig aus. Wir haben nachfolgend ein paar markante Änderungen rund um die Themen Verbraucher, Finanzen und Steuern zusammengestellt.

„Abbau von Bürokratie“

Hinter dieser offiziellen Überschrift verbirgt sich eine zum 1. Januar 2016 in Kraft getretene Änderung, welche die Buchführungspflichten für Kleinunternehmen betrifft.

Dadurch sind die Grenzbeträge für Buchführungspflichten nach dem Handelsgesetzbuch und der Abgabenordnung angehoben worden. Der sog. Schwellenwert für Umsätze je Geschäfts-/Wirtschaftsjahr beträgt jetzt EUR 600.000 statt bislang EUR 500.000. Der Schwellenwert für Gewinne aus Gewerbebetrieb/Land- und Forstwirtschaft beläuft sich jetzt auf EUR 60.000 statt bislang EUR 50.000 .

Familien

Für Familien ändert sich ab 2016 ebenfalls Einiges:

  • Der Grundfreibetrag wurde von EUR 8.354.- auf EUR 8.652.- angehoben.
  • Die sog. Tarifeckwerte, also die Tarifsprünge, bei denen sich ausgehend vom jeweils zu versteuernden Einkommen der Steuertarif erhöht, wurden um knapp 1,5% zugunsten der Steuerpflichtigen angepasst. Auf diese Weise soll ein Inflationsausgleich stattfinden.
  • Der Kinderfreibetrag erhöht sich von EUR 2.256.- auf EUR 2.304.- für einen Elternteil bzw. von EUR 4.512.- auf EUR 4.608.- für Elternpaare.
  • Das Kindergeld erhöht sich ab dem 1. Janaur 2016 auf monatlich EUR 190.- für das erste und zweite Kind, EUR 196.- für das dritte und EUR 221.- ab dem vierten Kind.
  • Ab dem 1. Juli 2016 wird der Kinderzuschlag um EUR 20.- auf EUR 160.- mtl. angehoben.

SEPA-Verfahren

Die Einrichtung des einheitlichen Euro-Zahlungsverkehrsraums SEPA (Single Euro Payments Area) wird vollendet. Mit Wirkung ab dem 1. Februar 2016 gehören Kontonummer und Bankleitzahl endgültig der Vergangenheit an. Ab diesem Tag sind auch Privatleute gehalten, im Zahlungsverkehr ausschließlich die sog. IBAN (International Bank Account Number) zu verwenden. Überweisungsaufträge, die unter Verwendung von Kontonummer und Bankleitzahl erteilt wurden, werden nicht mehr akzeptiert.

Renteneintrittsalter

Die „Rente mit 67“ ist ja in aller Munde. Was heißt das aber konkret ? Seit dem Jahr 2012 steigt die Altersgrenze für den Eintritt in die Rentenphase sukzessive Jahr für Jahr. Wer zum Beispiel 1951 geboren ist und im Jahr 2016 in Rente gehen möchte, muss – wenn er die Rente ohne Abschläge in Anspruch nehmen will – 5 Monate über den 65. Geburtstag hinaus arbeiten.

Wer sich schon mal ausrechnen lassen möchte, wann die abschlagsfreie Rente in Anspruch genommen werden kann, sollte sich auf diese Informationsseite der Deutschen Rentenversicherung begeben, wo man auch zahlreiche weitere Informationsangebote findet.

EEG-Umlage 2016

Die sog. EEG-Umlage (EEG = Erneuerbare-Energien-Gesetz), also die Umlage für Ökostrom, beträgt seit dem 1. Januar 2016 6,354 Cent je Kilowattstunde. Nachdem diese Umlage unmittelbar beim Endverbraucher-Strompreis drauf geschlagen wird, wird man das als Endverbraucher in der Stromrechnung nachvollziehen können.

Ältere Heizungsanlagen

Seit dem 1. Januar 2016 benötigt man für Heizungsanlagen, die älter als 15 Jahre sind, ein „Energielabel“. Damit soll über den individuellen Energieeffizienzstatus des Heizkessels informiert werden. Das Etiketts kann durch Heizungsinstallateure, Schornsteinfeger und bestimmte Energieberater angebracht werden. Bei Anbringung des Energielabels sollen die Verbraucher auf weiterführende Energieberatungen oder auch Förderangebote hingewiesen werden. Ab dem Jahr 2017 sind die Bezirksschornsteinfeger verpflichtet, diejenigen Geräte, die noch kein Etikett haben, zu etikettieren.

Energiestandards für Neubauten

Seit dem 1. Januar 2016 gelten für neu errichtete Gebäude höhere energetische Anforderungen: Wohn- und Nichtwohngebäude müssen künftig einen sog. Jahres-Primärenergiebedarf nachweisen, der ein Viertel niedriger liegt als bisher. Darüber hinaus muss der Wärmeschutz der Gebäudehülle um 20 Prozent verbessert werden. Diese Neuregelungen basieren auf der Energieeinsparverordnung (EEV) aus dem Jahr 2014.

KfW-Programm „Energieeffizient sanieren“

Mit Wirkung zum zum 1. Januar hat die KfW-Förderbank ihr Programm „Energieeffizient Sanieren“ um sogenannte Kombinationslösungen erweitert. Dadurch sollen Eigentümer bestehender Immobilien ermuntert werden, sog. Heizungspakete und/oder Lüftungspakete einzubauen.

Für dieses Programm sind EUR 165 Mio. Bundesmittel bereit gestellt worden. Es beinhaltet im Zuschussprogramm einen 15%-igen Investitionszuschuss für den Einbau von Heizungs- oder Lüftungspaketen. Im Kreditprogramm sind attraktive Zinsen und ein 12,5%-iger Tilgungszuschuss vorgesehen.

Der Förderhöchstbetrag beträgt EUR 50.000 je Wohneinheit. Dementsprechend beträgt der Tilgungszuschuss für Eigentümer, die das Vorhaben mit eigenen Mitteln bestreiten, max. EUR 7.500.- . Für Eigentümer, die das Vorhaben finanzieren, beläuft sich der Tilgungszuschuss folgerichtig auf max. EUR 6.250.- .

Unser Tipp: Sprechen Sie uns gerne an, wenn Sie Ihr Objekt energietechnisch auf den aktuellen Stand bringen und hierbei KfW-Mittel in Anspruch nehmen wollen. Auch wenn Sie einen Neubau planen und am KfW-Programm „Energieeffizient bauen“ interessiert sind, stehen Ihnen bei uns kompetente Ansprechpartner zur Verfügung. Unser Geschäftsführer Bernd Schatz hat sich übrigens Anfang Dezember 2015 mit dem neuen KfW-Programm für Neubauten beschäftigt, veröffentlicht bei Cash.ONLINE .

KFZ-Steuer für Elektrofahrzeuge

Elektrofahrzeuge waren bislang für die Dauer von 10 Jahren ab Erstzulassungsdatum von der KFZ-Steuer befreit. Seit dem 1. Januar 2016 wurde der Zeitraum der KFZ-Steuerbefreiung für Elektrofahrzeuge auf 5 Jahre reduziert.

Wichtig: Die Steuerbefreiung gilt auch beim Erwerb eines gebrauchten Elektrofahrzeugs. In diesem Fall kann der Erwerber die verbleibende Restlaufzeit für die KFZ-Steuerbefreiung in Anspruch nehmen. Wenn man also zum Beispiel ein 3 Jahre altes Elektrofahrzeug erwirbt, das vor dem 31.12.2015 erstmals zugelassen wurde, kann man die KFZ-Steuerbefreiung noch für die Dauer von 7 Jahren in Anspruch nehmen.

Unser Tipp: Für wen die KFZ-Steuerbefreiung bei der Anschaffung eines Elektrofahrzeugs ein entscheidendes Kriterium darstellt, sollte jetzt nicht sofort nach einem Neufahrzeug suchen. Stattdessen könnte man sich nach Fahrzeugen mit Tageszulassung oder Gebrauchtfahrzeugen mit geringer Kilometerleistung umschauen, die vor dem 31.12.2015 erstmals zugelassen worden sind. Für derartige Fahrzeuge kann man noch die 10-jährige KFZ-Steuerbefreiung in Anspruch nehmen. Wo man solche Fahrzeuge findet ? Hier zum Beispiel Stand 25.01.2016).

 

Beitragsbild: Thorben Wengert  / pixelio.de