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Leitzinserhöhung und Bauzinsen

Unser Partner Dr. Klein AG spricht im aktuellen Newsletter die angekündigte Leitzinserhöhung der Federal Reserve Bank (Fed) und deren Auswirkungen auf die Bauzinsen an.

Besser kann man das Thema nicht zusammenfassen, weshalb wir die Mitteilung der Dr. Klein AG hier wörtlich wiedergeben:


Wie gestern bekannt wurde, hebt die amerikanische Notenbank Federal Reserve Bank (Fed) den Leitzins um 0,25 Prozentpunkte an. Hingegen hat die Europäische Zentralbank (EZB) den Leitzins im Dezember bei 0,00 Prozent belassen. Die Bauzinsen sind hierzulande seit Oktober leicht angestiegen. Nun fragen unsere Kunden vermehrt nach, woran das liegt und ob dieser Trend länger anhalten wird. Vor allem Immobilienkäufer möchten wissen, ob nun Eile bei der Anschaffung geboten ist, um noch von günstigen Zinsen zu profitieren.

In diesem Sondernewsletter wollen wir die aktuelle Lage für Sie einordnen. Wir zeigen, wodurch der Anstieg der Bauzinsen verursacht wurde und klären darüber auf, wie unsere Spezialisten die Zinsentwicklung für 2017 beurteilen.

Warum hat die Fed den Leitzins erhöht?
Die amerikanische Wirtschaft hat sich in jüngerer Vergangenheit sehr gut entwickelt. Das Lohnniveau ist gestiegen, es herrscht beinahe Vollbeschäftigung, und die Deflationsgefahr ist kein Thema mehr. Deshalb erfolgte bereits im Dezember 2015 die erste Leitzinserhöhung seit neun Jahren. Experten gingen zu diesem Zeitpunkt noch davon aus, dass die Fed in 2016 mindestens drei bis vier weitere Erhöhungen vornehmen würde. Das hat sich nicht bewahrheitet, die Notenbank hielt sich mit Rücksicht auf die Schwellenländer und im Hinblick auf die weltweit hohe Dollarverschuldung zurück. Erst jetzt wagte sie den nächsten Schritt. Dafür wird vor allem das angekündigte Wirtschaftsprogramm des designierten Präsidenten, Donald Trump, verantwortlich gemacht. Er plant, umfassende Investitionen durch die Aufnahme von Schulden zu finanzieren, was in den USA eine steigende Inflation zur Folge haben dürfte. Diesen Entwicklungen wird die Fed aller Voraussicht nach mithilfe weiterer Leitzinserhöhungen entgegen treten.

Wann erhöht die EZB den Leitzins?
In der Vergangenheit ist die EZB der Fed meist gefolgt, wenn auch mit zeitlicher Verzögerung. Momentan sieht es allerdings nicht danach aus, als würde sie bald nachziehen. Nach dem ersten Zinsschritt der Fed im Dezember 2015 hat die EZB im darauf folgenden April genau das Gegenteil getan: Sie senkte den Leitzins von 0,05 auf 0,00 Prozent, wo er bis heute steht. Warum verhält sich die EZB derzeit konträr? Wenn die Fed ihren Leitzins erhöht, muss die EZB ihre Reaktion genau abwägen. Einerseits wandert nun Kapital in den Dollarwährungsraum ab, was es zu verhindern gilt. Mit einer eigenen Leitzinserhöhung könnte die EZB gegensteuern. Andererseits trägt sie Verantwortung für die wirtschaftliche Entwicklung in Europa. Sie wird also immer in Betracht ziehen, wie es um die hiesige Wirtschaft steht und sich fragen, welche Auswirkungen eine Leitzinserhöhung darauf hat. Aktuell ist die Inflationsrate in der EU sehr niedrig, sie liegt bei 0,51 Prozent. Erklärtes Ziel der EZB ist aber eine Marke von 2,0 Prozent, vorher wären Leitzinserhöhungen kontraproduktiv. Mit ihrer Nullzinspolitik gibt die EZB der europäischen Wirtschaft Vorrang und nimmt gleichzeitig den Kapitalverlust Richtung USA in Kauf.

Wie wirken sich Leitzinserhöhungen auf unsere Bauzinsen aus?
Ob Fed oder EZB: Wenn Notenbanken den Leitzins anpassen, dann reagieren meistens auch die Bauzinsen auf das veränderte Zinsniveau. Das tun sie allerdings bereits bevor die Änderung bekannt gegeben wird. Notenbanken lassen meist im Vorfeld durchblicken, welche Pläne sie verfolgen, sodass sich die Märkte schon vorher auf die kommende Entwicklung einstellen. Man spricht dann davon, dass der Zinsschritt „eingepreist” wird.

Wodurch wurde der Anstieg der Bauzinsen ab Oktober 2016 verursacht?
Die Ankündigung der Fed, die Zinswende weiter voran zu treiben, hat Anfang Oktober 2016 für den ersten Anstieg der Bauzinsen hierzulande gesorgt. Das konnten wir auch bei Dr. Klein verzeichnen, damals kletterte unser Bestzins mit zehnjähriger Zinsbindung innerhalb von vier Wochen von 0,68 auf 0,79 Prozent. Der nächste Anstieg erfolgte schließlich Anfang Dezember auf 0,95 Prozent (Stand: 06.12.2016). Grund hierfür: Auf ihrer jüngsten Sitzung beschloss die EZB, ihr Anleihekaufprogramm über 2017 hinaus zu verlängern. Gleichzeitig kündigte sie aber an, die monatlichen Ausgaben dafür ab April um 20 Milliarden Euro pro Monat zu reduzieren. Dies hat die zehnjährigen Bundesanleihen kurzfristig unter Druck gesetzt und die Bauzinsen gleich mit. Wie kommt diese Kettenreaktion zustande? An den Bundesanleihen orientieren sich die Zinsen für Pfandbriefe, die dann ebenfalls steigen. Mit Pfandbriefen refinanzieren Banken vorwiegend ihre Baufinanzierungen. Müssen Banken selbst für das geliehene Geld mehr Zinsen zahlen, geben sie diesen Nachteil an ihre Kunden in Form höherer Bauzinsen weiter. Den genauen Zusammenhang erläutert unser Artikel über den EZB−Leitzins und die Baufinanzierungszinsen.

Werden die Bauzinsen in Deutschland 2017 noch weiter ansteigen?
Die Spezialisten von Dr. Klein gehen davon aus, dass die EZB ihren geldpolitischen Kurs beibehalten wird, und das heißt: Eine Leitzinserhöhung ist für 2017 nicht zu erwarten. Sollte die EZB ihr Anleihekaufprogramm allerdings weiter drosseln, dürften die Bauzinsen auch wieder anziehen, aber höchstens im Rahmen kleinerer Kurskorrekturen. Gemäß Informationsdienstleister Bloomberg schätzen führende Volkswirte die Lage ähnlich ein. Sie prognostizieren für die richtungsweisenden, zehnjährigen Bundesanleihen einen Anstieg auf maximal 1,00 Prozent im Mittel bis Ende 2018. Dies gilt als „moderat”.

Was raten wir Hauskäufern und Anschlussfinanzierern?
Für Hauskäufer gibt es keinen Grund, nach dem Fed−Entscheid in Aktionismus zu verfallen. Noch vor fünf Jahren lagen die Bauzinsen von Krediten mit zehnjähriger Zinsbindung bei 3,00 bis 3,50 Prozent, aktuell stehen sie bei 0,95 Prozent. Das zeigt: Selbst, wenn die Zinsen in 2017 um wenige Prozentpunkte hinter dem Komma ansteigen sollten, lägen sie noch immer auf historisch niedrigem Niveau. Deshalb können Sie Ihre Baufinanzierung auch im kommenden Jahr gelassen angehen.

Dasselbe gilt für alle, die eine Anschlussfinanzierung planen. Dabei bietet Ihnen das so genannte Forward Darlehen besondere Vorteile: Damit reservieren Sie sich die heutigen Zinsen für einen späteren Zeitpunkt, und das ist bis zu fünfeinhalb Jahre vor Ablauf Ihres jetzigen Darlehens möglich.


Finanzkanzlei am See - Partner der Dr. Klein AG - Leitzinserhöhung und Bauzinsen

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