Info zur Wohnimmobilienkreditrichtlinie

Seit dem 21. März 2016 gelten die Gesetzesänderungen, die auf der Grundlage der Wohnimmobilienkreditrichtlinie beschlossen wurden.

Mehraufwand und längere Dauer

Abgesehen davon, dass diese Neuerungen bei den Banken zu einer spürbaren Verlängerung der Bearbeitungszeiten für Finanzierungsanfragen geführt haben, müssen sich alle Beteiligten wohl erst mit den Änderungen anfreunden. Dies – wiederum aus der Sicht der Banken – vor allem vor dem Hintergrund, dass die Nichtbeachtung der neuen Regelungen zu massiven Beeinträchtigungen führen kann, z.B. im Zusammenhang mit der Möglichkeit, dass sich ein Darlehensnehmer in diesen Fällen relativ „schlank“ aus einem Darlehensvertrag verabschieden kann.

Wohnimmobilienkreditrichtlinie und Grenzgänger

Allerdings wird seitens der Banken in manchen Fällen das Vorsichtsprinzip auch überzogen. So liegen uns eine Reihe von Fällen vor, in denen Banken sog. Grenzgängern – also Finanzierungswilligen, die in Deutschland wohnen und ein Bauvorhaben in Deutschland finanzieren wollen, ihr Einkommen aber z.B. in der Schweiz in Schweizer Franken beziehen – die Finanzierung grundsätzlich mit der Begründung verweigern, die Bestimmungen der Wohnimmobilienkreditrichtlinie würden eine Finanzierung nicht erlauben. Das Problem betrifft übrigens auch Fälle, in denen Finanzierungswillige ihr Einkommen in einem EU-Land beziehen, das nicht den Euro eingeführt hat, z.B. Großbritannien/Pfund oder Dänemark/Dänische Krone.

Hintergrund dieser Vorgehensweise der Banken ist wohl u.a. die Vorschrift des § 493 Abs.4 Satz 3 BGB. Danach sieht das Gesetz für Fälle, in denen eine Baufinanzierung in Euro vereinbart werden soll, der Darlehensnehmer aber sein überwiegendes Einkommen z.B. in Schweizer Franken bezieht, bei Kursabweichungen ab einer bestimmten Höhe Informations- und Anpassungspflichten der Beteiligten vor.

Es gibt eine Lösung

Die Tatsache, dass der Gesetzgeber diese Fälle geregelt hat, besagt schon alleine, dass die Wohnimmobilienkreditrichtlinie in diesen Fällen einer Darlehensgewährung per se mit Sicherheit nicht entgegen steht. Hintergrund der geschilderten Bankenpraxis dürfte denn auch eher die Befürchtung der Banken sein, mit einem erhöhten Überwachungsaufwand belastet zu werden und möglicherweise erforderliche Maßnahmen zu versäumen.

Umso erstaunlicher ist es, dass man in einschlägigen Foren reihenweise die Behauptung sog. Fachleute findet, wonach Grenzgänger ein Baufinanzierungsvorhaben „wegen der Wohnimmobilienkreditrichtlinie vergessen“ könnten.

Wie dem auch sei: Wer eine derartige Absage erhalten hat, sollte den Kopf nicht in den Sand stecken, sondern sich gerne an uns wenden. Wir haben vergleichbare Fälle schon erfolgreich abgewickelt und wissen deshalb sehr genau, wie in derartigen Fälen vorzugehen ist.

Sind Sie Grenzgänger ? Beziehen Sie Ihr Einkommen überwiegend z.B. in Schweizer Franken ? Wollen Sie bauen oder eine Immobilie erwerben ? Wollen Sie hierzu eine Finanzierung vereinbaren ? Dann nehmen Sie doch gerne Kontakt mit uns auf.