Baufinanzierung

Baufinanzierung

5 Mythen der Baufinanzierung

Immobilienscout24 – März 2019

Über die Baufinanzierung halten sich erstaunlich hartnäckige Mythen. Die sollten Ihnen beim Immobilienkauf aber nicht im Weg stehen. Das sind die fünf größten Mythen der Baufinanzierung und was dahintersteckt.


 

Die Wohneigentumsquote in Deutschland ist gering: Lediglich 45 Prozent der Deutschen wohnen im selbst genutzten Haus oder der Eigentumswohnung. Nur in der Schweiz sind es noch weniger. Fragt man nach den Gründen, wird derzeit häufig das mangelhafte Angebot und die hohen Erwerbsnebenkosten genannt. Es gibt aber auch Vorbehalte, die man eher im Reich der Mythen verorten kann, wie Michael Neumann vom Finanzdienstleister Dr. Klein erklärt. Wer sich 2019 Eigentum kaufen möchte, steht vor der Frage: Lohnt sich das noch? Fünf Mythen beherrschen gemäß Dr. Klein das Thema „Baufinanzierung 2019“.
 

MYTHOS EINS

Der Markt ist abgegrast und die Zinsen für die Baufinanzierung sollen in diesem Jahr auch wieder steigen.

Tatsächlich prognostizieren die meisten Player am Markt, dass die Zinsen im Jahr 2019 steigen werden. Aber das geschieht weder abrupt noch in großem Umfang. Die Europäische Zentralbank hat beispielsweise erst für Oktober 2019 eine erste Erhöhung der Leitzinsen angedacht – möglicherweise verschiebt sich diese aber sogar ins kommende Jahr. Es gilt also: Konditionen vergleichen und ruhig Blut!
 

MYTHOS ZWEI

Die üblicherweise geforderten 20 Prozent Eigenkapital kann ich nicht vorweisen.

Es gibt Fälle, so Michael Neumann von Dr. Klein, in denen von der normalerweise empfohlenen Eigenkapitalquote abgewichen werden kann: „Wenn die künftigen Eigenheimbesitzer über ein gutes Einkommen verfügen und sich die monatliche Rate problemlos leisten können, spricht nichts dagegen, den Kaufpreis … komplett zu finanzieren.“ Eine gute Bonität ist also eine gute Voraussetzung für ein geringes oder gar kein Eigenkapital.

MYTHOS DREI

Ohne Eigenkapital wird die Finanzierung unsicher.

Auch das sei nicht ganz richtig, denn eine 100-Prozent-Finanzierung ist nicht weniger sicher als eine 80-Prozent-Finanzierung. Teurer werde sie allerdings, weil die Bank das höhere Risiko in den Zins einpreisen muss. Aber das bedeute nicht unbedingt, dass die Finanzierung deshalb unbezahlbar wird. Ein Vergleich der Anbieter wird dadurch jedoch noch wichtiger.
 

MYTHOS VIER

Wenn ich das richtige Haus gefunden habe, bleibt keine Zeit für Kreditvergleiche.

Im Gegenteil, meint Michael Neumann: Gerade auf dem sich schnell drehenden Markt der Immobilien sollten Bauherren potenzielle Baufinanzierer vergleichen. Erst durch den Vergleich finden Käufer häufig die Anbieter, die schnell genug reagieren und gleichzeitig die besten Konditionen anbieten können.
 

MYTHOS FÜNF

Bis zur Anschlussfinanzierung kann ich nur tatenlos zusehen, wie die Zinsen immer weiter steigen.

Irrtum: Auch wenn bereits eine Baufinanzierung besteht, können Bauherren steigenden Zinsen für die Anschlussfinanzierung vorbeugen. Das geht mit einem Forward-Darlehen für meist bis zu fünf Jahre im Voraus. Forward-Darlehen sichern aktuelle Zinsen für die Zukunft zum Preis eines kleinen Zinsaufschlags.

 
ZUM BAUZINSENRECHNER

2019-07-25T15:59:25+02:00