Verkehrte Welt und irrationale Aktienmärkte

Verkehrte Welt und irrationale Aktienmärkte

Allzeithochs werfen Fragen auf. Mehr Volatilität erwartet.

Fürst Fugger Privatbank

Dass es an den Aktienmärkten nicht immer rein rational zugeht, ist bekannt. Die Jagd nach immer neuen Allzeithochs, wie sie derzeit an den amerikanischen sowie europäischen Aktienmärkten stattfindet, ist für Norbert Frey, Leiter Fondsmanagement der Fürst Fugger Privatbank, dennoch besonders. Zumal es für ihn genügend Gründe für mehr Vorsicht an den Börsen gäbe – beginnend bei der Saisonalität: Historisch gehörten die Monate Juli bis Anfang Oktober nämlich zu den eher schwächeren Börsenmonaten. Nicht so in diesem Jahr. Aber wie in jeder Statistik, könne man Ausreißer nach oben nicht ausschließen.

Schwerwiegender sei jedoch der weitere Anstieg der Inflationsrate, vor allem in den USA aber auch in Teilen Europas einzuschätzen, meint Frey: „Bislang galt die anziehende Inflation vor allem als vorübergehender Nachholeffekt auf den starken Einbruch im Frühjahr 2020. Nach allem was wir heute sehen, müssen wir davon ausgehen, dass sich der Anstieg der Inflation weiter fortsetzen wird.“ So seien die US-Erzeugerpreise im Juli so stark angestiegen, wie noch nie seit Beginn der Datenerhebung im Jahr 2010. Höhere Erzeugerpreise schlügen sich jedoch im Regelfall in höheren Verbraucherpreisen nieder. „Eine Inflation im Bereich von 1 bis 4 Prozent stellt noch keine Gefahr für die Aktienmärkte dar. Steigt sie allerdings höher, gehen bei den Börsianern die Alarmglocken an“, gibt Frey zu bedenken.

Als weiteren Faktor für mehr Unsicherheit sehe er die Lieferketten, bei denen ihm vor allem zwei Teilaspekte Kopfzerbrechen bereiten würden: „Die Knappheit an Computerchips wirkt sich bereits auf viele Branchen negativ aus“, meint Norbert Frey. „Daran dürfte sich mangels Fertigungskapazitäten so schnell auch nichts ändern.“ Der zweite Teilaspekt sei das Frachtgut, das nur verzögert in Europa und den USA ankomme – und dazu noch zu massiv gestiegenen Preisen: „Die Frachtrate für einen großen Container von China nach Hamburg hat sich binnen eines Jahres um rund 750 % erhöht. Dass sich das in höheren Endpreisen niederschlagen muss, ist offensichtlich.“ Neben den Nachwehen diverser Verzögerungen wie der längeren Sperrung des Suez-Kanals im Frühjahr komme auch noch ein Mangel an verfügbaren Containern hinzu. Und aktuell sperrten die chinesischen Behörden den weltweit drittgrößten Containerfrachthafen wegen eines Corona-Ausbruchs bei Seeleuten und Hafenarbeitern.

Ungeachtet der momentanen Aktienkurse seien dies alles normalerweise keine guten Nachrichten für Investoren, meint Frey: „Wir rechnen mit steigender Volatilität an den Börsen und positionieren uns dementsprechend. Das würden wir auch den Anlegern empfehlen.“

 


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2021-08-25T13:02:02+02:00