DAX

Bis Freitag zeigte sich der DAX in stabiler Verfassung, erst die sich immer weiter zuspitzenden Regulierungsmaßnahmen in China und die drohende Insolvenz von China Evergrande setzten den DAX zum Wochenschluss massiv unter Druck. Hinzu kam noch der große Verfallstermin an den Terminbörsen, so dass der DAX mit einem Minus von 0,76 % oder 119 Punkten die Woche beendete. Allerdings deutet die Handelsspanne von rund 300 Punkten allein am Freitag darauf hin, dass die Investoren extrem nervös sind. Und nicht zuletzt setzt sich der DAX ab heute nicht mehr aus 30 Titeln, sondern aus 40 Werten zusammen, wodurch es ebenfalls zu Belastungen kommen dürfte. Charttechnisch drohen daher weitere Abgaben. Wie schon öfters angemerkt, benötigt es einen Impuls die bislang vorherrschende Seitwärtsbewegung aufzulösen. Leider geht es kurzfristig nicht nach oben, sondern abwärts. In der Vorbörse handelt der DAX bereits deutlich unter dem Tagestief vom Freitag (15.455 Punkte), so dass wir einen Test des Julitiefs bei 15.049 Punkten für sehr wahrscheinlich erachten. Auf der Oberseite bedarf es eines schnellen Anstiegs über die Hürde 15.750/15.800 Punkten, um in den Aufwärtstrend zurückzukehren.
 

Euro Stoxx 50

Der Euro Stoxx 50 notiert derzeit bei 4.061 Punkten. Der negative Vola-Impuls vom Freitag führte dazu, dass die Seitwärtsbewegung nach unten aufgelöst wurde. Zudem wurde in der heutigen Eröffnung das untere Bollinger Band (Schluss Freitag 4.133 Punkten) nach unten durchbrochen, so dass mit weiteren Abgaben zu rechnen ist. Aktuell notiert der Euro Stoxx 50 auf den Tiefständen von Ende Juli. Sollte es zu weiteren Abgaben kommen, können wir uns einen Test des Julitiefs vom 19.07. bei 3.904 Punkten vorstellen. Auf der Oberseite bedarf es einer Rückkehr in das oben erwähnte Bollinger-Band, um den Index zu stabilisieren.
 

Dow Jones Industrial

Der Dow Jones konsolidierte in der vergangenen Woche minimal um 0,1 %. Er schloss bei 34.585 Punkten. Die US-Börsen wurden in der vergangenen Woche durch einen breiten, positiven Nachrichtenfluss aus dem Einzelhandel, dem verarbeitenden Gewerbe, der Industrie, von der Inflationsseite und vom Arbeitsmarkt gestützt. Dies führte jedoch zu Gewinnmitnahmen, insbesondere bei Basisrohstoffen, Versorgern aber auch bei Industrieaktien. Heute sollten wir zur Eröffnung einen schwachen Handelsstart in die neue Woche sehen, der Dow Jones Future notiert aktuell mit 1,2 % im Minus. Insofern sollten wir heute einen Test des Bereichs bei 34.150 Punkten sehen, dort liegen die Verlaufshochs aus der zweiten Aprilhälfte dieses Jahres. Diesen Bereich hatten wir hier in der Vorwoche noch als ideales Ziel einer Konsolidierung genannt. Wir sehen die Konsolidierung inzwischen als recht fortgeschritten an und sehen eher wieder Chancen zum Zukauf. Der nächste Widerstand auf der Oberseite wird durch die 90-Tage-Linie (aktuell bei 34.750 Punkten) repräsentiert. Unser Worst-Case-Szenario für den Dow Jones liegt bei einem Test der 200-Tage-Linie (aktuell bei 33.294 Punkten). Einen Test und kurzfristigen Bruch können wir durch weitere negative Nachrichten aus dem Immobiliensektor in China nicht ausschließen. Spätestens auf diesem Level sollten Markteilnehmer jedoch über Zukäufe nachdenken.
 

Bund-Future

Der Bund-Future notiert aktuell bei 171,41 %-Punkten. Der Kontraktwechsel belastete die ganze letzte Woche. Hinzu kamen die anhaltenden Inflationssorgen einhergehend mit wahrscheinlichen Tapering-Maßnahmen der Notenbanken. Die Verwerfungen an den Aktienmärkten stützen heute den Bund-Future. Ohne die Aktienmarktschwäche würden wir schnell Kurse bei 170 %-Punkten sehen, zumal auch die technischen Indikatoren in der Summe negativ sind.
 

Einschätzung

Die meisten europäischen Indizes haben ihre Seitwärtsbewegung nach unten aufgelöst. Die amerikanischen Börsen dürften in dieser Woche nachziehen. Von China und Hongkong nicht zu sprechen. Die Geschehnisse am letzten Freitag, trotz großem Verfallstermin, könnten ein Vorgeschmack darauf sein, was uns im Herbst erwarten könnte. Wir bleiben zwar investiert, beobachten das Marktgeschehen jedoch genau, um darauf reagieren zu können.

Stand: 20.09.2021

 


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