DAX

Wie schon von uns im letzten Aktienmarktkommentar vermutet, konnte der DAX seine Gewinne bis zum Wochenende deutlich ausbauen. Nicht nur das, zugleich erreichte der Index ein neues Allzeithoch auf Schlusskursbasis bei 16.054,36 Punkten. Allein in der letzten Woche konnte der DAX um 366 Punkte oder 2,33 % zulegen. Obwohl an der Wall Street erneut neue Höchststände zu verzeichnen waren, dürften die ersten Kurse in Europa heute leicht schwächer notieren. Neben der anhaltenden Schwäche der asiatischen Börsen sprechen auch niedrigere Kurse bei den US-Index Futures dafür. Wie geht es weiter? Normalerweise dürfte der DAX nicht in einem Zug weiter aufwärts notieren. Wahrscheinlicher ist, dass wir eine Seitwärtsbewegung bzw. einen Rücksetzer sehen, welche sich zwischen 16.050 und 15.800 Punkten bewegen könnte. Innerhalb dieser Spanne sehen wir Unterstützungen bei 16.000/15995 Punkten, gefolgt von 15.960 Punkten (Gap) sowie 15.937 Punkten. Sollte ein anhaltender Ausbruch über das alte Allzeithoch bei 16.030 Punkten gelingen, so könnte der DAX rasch bis an die Marke von 16.500 Punkten laufen.
 

Euro Stoxx 50

Der Euro Stoxx 50 ging am Freitag mit einem Punktestand von 4.363 Punkten aus dem Handel und legte auf Wochensicht nach einer starken Vorwoche nochmals 2,65 % zu. Auf Sektorenebene glänzten wie bereits in der Vorwoche der europäische Technologie- (+3,20 %) und Automobilsektor (+2,86 %). Die Schlusslichter stellten dieses Mal der Energiesektor (-2,14 %) sowie der Basic Resources Sektor mit einem Minus von 2,77 % dar. Charttechnisch betrachtet, brach, wie in der Vorwoche bereits angemerkt, der Euro Stoxx innerhalb seines positiven Trendkanals nach oben durch. Ein RSI von 73 deutet auf die überkaufte Marktlage hin. Das fortwährende solide Momentum unterfüttert die Aufwärtsbewegung weiterhin mit Stärke. Der Übergang in eine Konsolidierungsbewegung sollte aber nicht überraschen. Fundamental betrachtet, zeigte sich die europäische Berichtssaison enorm stark. 70 % der europäischen Unternehmen übertrafen ihre Gewinnerwartungen.
 

Dow Jones Industrial

Der Dow Jones legte in der vergangenen Woche um 1,4 % zu. Er schloss bei 36.328 Punkten und beendete die Handelswoche erneut auf einem neuen Allzeithoch. Die Stärke wird von den anderen marktbreiten Indizes bestätigt, insbesondere kleinere Unternehmen zeigten sich sehr stark. Zyklische Aktien legten auf Sektorenebene um 5 % zu, aber auch Technologie zeigte sich mit einem Plus von 3,3 % sehr robust. Lediglich der Gesundheitssektor (-0,7 %) und Finanzwerte (-0,6 %) konsolidierten leicht. Positiv aufgenommen wurde die Ankündigung der US-Notenbank mit dem Rückkauf von Staatsanleihen in Höhe von 15 Milliarden pro Monat jetzt im November zu beginnen. Dies bedeutet, dass die US-Notenbank weiterhin expansiv bleibt. US-Notenbankpräsident Powell bekräftigte erneut seine Einschätzung, wonach die aktuell höhere Inflationsrate nur vorübergehender Natur sei und sich Mitte nächsten Jahres abkühlen sollte. Dies signalisieren auch die Rentenmärkte. Die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihe rutschte auf 1,45 %. Wir sind nach wie vor erst am Anfang der für gewöhnlich besten Handelszeit an den US-Börsen. Auch wenn wir uns hier wiederholen, die US-Börsen scheinen in diesem Jahr seit dem zweiten Septemberdrittel bereits einiges an Stärke antizipiert zu haben. Sie wirken nach dem dynamischen Anstieg der letzten Wochen bereits weitgehend überhitzt, auch wenn die überhitzten Indikatoren in der Vorwoche sogar trotz steigender Kurse etwas abgebaut wurden – ein gutes mittelfristiges Zeichen. Kurzfristig halten wir das Aufwärtspotenzial nach wie vor für begrenzt und würden erst eine Konsolidierungsphase zum Aufbau von Positionen abwarten. Ein erneuter Test auf der Unterseite der nächsten Unterstützung in Form des bisherigen Allzeithochs von Mitte August bei 33.600 Punkten erscheint durchaus wahrscheinlich. Charttechnische hat der Dow Jones keine Hürden mehr vor sich durch das Erreichen des neuen Allzeithochs. Es lässt sich aber aus dem Trendkanal, der die Kursspitzen seit Anfang Juni miteinander verbindet, ein erstes Kursziel von etwas über 37.000 Punkten herleiten.
 

Bund-Future

Der Bund-Future notiert aktuell bei 171,00 %-Punkten. War die letzten Woche ständig Abgabedruck am Rentenmarkt festzustellen, so drehte sich das Bild in den letzten Tagen deutlich. Mit der Rücknahme von Wetten auf eine straffere EZB-Geldpolitik kam es am Rentenmarkt zu einer spürbaren Erholung mit weiter sinkenden Renditen. Die Dynamik, welche wir in der vergangenen Woche beim Anstieg des Bund-Futures gesehen haben, dürfte nicht anhalten. Wir erwarten für diese Woche eine leichte Konsolidierung bis an die Marke von 170 %-Punkten, bevor der Bund-Future weiter Richtung 200-Tage-Linie bei 172,36 %-Punkten laufen kann.
 

Einschätzung

Seit Anfang Oktober tendieren die Aktienmärkte wieder deutlicher nach oben. Dabei generieren die einzelnen Indizes anhaltend neue Höchststände. Positiv sehen wir die anziehenden Umsätze. Dadurch bestehen gute Chancen, dass die scheinbar begonnene Jahresendrallye eine Fortsetzung findet.

Stand: 08.11.2021

 


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