Marktkommentar – KW47

Marktkommentar – KW47

Technische Aktien- und Rentenmarktaussichten

Fürst Fugger Privatbank – 22.11. – 28.11.2021

Eine wirklich rekordverdächtige Handelswoche liegt hinter uns. An vier von fünf Tagen erzielte der DAX neue Rekordhochs. Erst zum Wochenausklang kam es zu Gewinnmitnahmen. Diese waren vor allem der zunehmenden Verunsicherung der Anleger geschuldet, wie stark die getroffenen oder noch zu verabschiedenden Maßnahmen gegen das Corona-Virus ausfallen. Vor allem der Lockdown in Österreich hat stark zu den Gewinnmitnahmen am Freitag beigetragen. Charttechnisch wäre eine Konsolidierung durchaus angesagt. Ein Anstieg Richtung 16.500 Punkten und darüber wäre in einem Zug unmöglich.

DAX

Eine wirklich rekordverdächtige Handelswoche liegt hinter uns. An vier von fünf Tagen erzielte der DAX neue Rekordhochs. Erst zum Wochenausklang kam es zu Gewinnmitnahmen. Diese waren vor allem der zunehmenden Verunsicherung der Anleger geschuldet, wie stark die getroffenen oder noch zu verabschiedenden Maßnahmen gegen das Corona-Virus ausfallen. Vor allem der Lockdown in Österreich hat stark zu den Gewinnmitnahmen am Freitag beigetragen. Charttechnisch wäre eine Konsolidierung durchaus angesagt. Ein Anstieg Richtung 16.500 Punkten und darüber wäre in einem Zug unmöglich. Aktuell stellt der Bereich 16.192/16.200 eine kaum überwindbare Hürde dar. Wir rechnen mit einem erneuten Rücksetzer im Laufe der Woche, die uns bis 16.030 Punkten (Hoch August) führen könnte. Sollte es zu anhaltendem Verkaufsdruck kommen, könnten wir uns einen Rücksetzer bis in den Bereich um 15.900 Punkten vorstellen.

 

Euro Stoxx 50

Der Euro Stoxx 50 ging am Freitag mit einem Punktestand von 4.370 Punkten aus dem Handel. Obwohl rein gefühlsmäßig der Euro Stoxx 50 weiter nach oben tendierte, verläuft der Handelsverlauf seit zwei Wochen seitwärts. Gerade mal sieben Punkte konnte der Index seit dem 05.11.2021 zulegen. Die in sich in den meisten europäischen Ländern verschlechternden Corona-Zahlen und die damit einhergehenden Maßnahmen verunsichern die Anleger. Kurstechnisch hat der Euro Stoxx 50 Index mittlerweile wieder Niveaus erreicht, wie zuletzt im Januar 2008. Wir halten auch beim Euro Stoxx 50 Index weitere Rücksetzer für möglich. Unterstützungen finden sich bei 4.330 sowie 4.315 Punkten. Auf der Oberseite müsste der Index über 4.415 Punkten steigen, um Richtung 4.500 Punkten anzusteigen.

 

Dow Jones Industrial

Der Dow Jones verlor in der vergangenen Woche 1,4 % an Wert. Er schloss bei 35.602 Punkten. Wir sahen eine bemerkenswerte Divergenz in der Vorwoche – während die großen Technologiewerte zulegen konnten, konsolidierten die zyklischen Sektoren. So waren der Energie-Sektor (-5,2 %), Finanzwerte (-2,8 %) und Basisrohstoffe (-2,0 %) in der letzten Woche deutlich unter Druck geraten, während zyklischer Konsum (+2,8 %) und Technologie (+2,4 %) sogar deutliche Stärke zeigten – positive Quartalszahlen von Nvidia befeuerten Technologiewerte. Von der Makro-Seite gab es robuste Zahlen. Einzelhandel, Industrieproduktion und Kapazitätsauslastung waren im Oktober besser als erwartet. Die Infrastruktur-Projekte zur Ankurbelung der Wirtschaft wurden auf den Weg gebracht. Die Stärke der großen Technologiekonzerne hat in der vergangenen Woche die grundlegende Schwäche der Mehrheit der US-Aktien verschleiert. Dennoch sehen wir aktuell eine nahezu idealtypische Konsolidierung, die US-Börsen bauen ihre überhitzten Indikatoren in einer Art Seitwärtsbewegung ab, ohne viel abzugeben. Selbst der Dow Jones gab seit seinem Hoch nur rund 2,8 % ab. Insofern sehen wir in dieser Woche gestiegene Chancen im weiteren Wochenverlauf eine Gegenbewegung zu starten. Der Dow Jones hat durch seine Konsolidierung in der Vorwoche eine Unterstützungszone erreicht, die sich bei 35.629 Punkten befindet. Bei diesem Niveau handelt es sich um das Verlaufshoch vom 16. August. Nur wenig tiefer im Bereich 35.500 Punkten befindet sich eine weitere wichtige Unterstützung von Ende August. Auch die 38-Tage-Linie verläuft dort (aktuell bei 35.446 Punkten und steigend). Ideal wäre es jetzt, wenn der Dow Jones diese Marken nach unten durchbrechen würde. Dies würden wir als Startpunkt einer Gegenbewegung nach oben sehen, die uns Dank der Saisonalität durchaus zu neuen Hochs führen könnte. Aus mittelfristiger Sicht sehen wir den Dow Jones noch nicht als megainteressant an, aber dies kann von den Marktteilnehmern durchaus auch erst Anfang nächsten Jahres gespielt werden.

 

Bund-Future

Der Bund-Future notiert aktuell bei 172,49 %-Punkten und damit auf einem Niveau wie zuletzt Anfang September. Die Lockdown-Meldungen haben die Anleger in sichere Häfen gedrängt. Die Rendite der 10-jährigen Bundesanleihe fiel auf ein Neun-Wochen-Tief, der größte Absturz seit März. Charttechnisch notiert der Bund-Future an der 90-Tage-Linie im Generic-Chart bei 172,47 %-Punkten. Solange es keine Entspannung bei den Corona-Zahlen gibt, wird die Flucht in sichere Häfen anhalten. Kursniveaus wie Ende Juli bei rund 173 %-Punkten sind möglich.

 

Einschätzung

Ob die Jahresendrallye mit steigenden Corona-Zahlen ins Stocken gerät, bleibt abzuwarten. Jedoch scheint klar, dass die Zuversicht der Anleger in die Aktienmärkte ins Wanken geraten ist. Dies lässt sich gut an den Umsätzen der letzten Tage ablesen. Diese liegen zum Beispiel beim DAX bei rund 60 Mio. Einzelwerten pro Tag, eine Zahl, die nicht gerade auf Optimismus hindeutet. Solange nicht klar ist, wie sich die Pandemie weiterentwickelt, könnten Gewinnmitnahmen nicht die schlechteste Entscheidung darstellen.

Stand: 22.11.2021

 


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2021-11-22T16:57:56+02:00