DAX

Der DAX fiel in der vergangenen Handelswoche um 903 Punkte oder 5,6 %. Selbst die 200-Tage-Linie, die derzeit bei ca. 15.383 Punkten verläuft, konnte den Kursverfall zunächst nicht stoppen. Zur heutigen Eröffnung notieren die deutschen Standardwerte jedoch wieder über dieser Marke. Übergeordnet befindet sich der DAX noch immer in einer Seitwärtsbewegung, die mittlerweile schon seit Ende März andauert. Nach dem generierten Fehlsignal auf der Oberseite sind selbst starke Korrekturen wie in der letzten Handelswoche nicht unüblich. Entscheidend ist, dass die deutschen Standardwerte die Untergrenze der Seitwärtsbewegung nicht nachhaltig unterschreiten. Diese liegt bei 14.800 Punkten. Alles was darüber abläuft, kann als Korrektur des Aufwärtstrends angesehen werden. Die kurzfristige Kursentwicklung kann bereits jetzt als überverkauft angesehen werden, so dass zu Wochenbeginn Erholungen möglich sein sollten. Dennoch bleibt eine Fortsetzung der Abwärtsbewegung bis in den Bereich um 14.800 Punkte übergeordnet möglich.
 

Euro Stoxx 50

Der Euro Stoxx 50 ging am Freitag mit einem Punktestand von 4.090 Punkten aus dem Handel. Damit verlor der Index 267 Punkte oder 6,13 %. Verluste in dieser Größenordnung sahen wir zuletzt im Frühling 2020. Das Auftauchen einer von der WHO als „besorgniserregend“ eingestuften Virus-Variante sorgte vor allem im Freitagshandel für massive Abgaben. Zuvor hatten die stetig steigenden Fallzahlen in Europa schon zu Verkäufen geführt. Die immer noch steigende 200-Tage-Linie (aktuell bei 4.071 Punkten) konnte der Verkaufswelle am Freitag standhalten. In der heutigen Eröffnung beginnen sich die Kurse leicht zu stabilisieren. Erste Meldungen aus Südafrika deuten darauf hin, dass die neue Virusvariante mit dem Namen Omikron unter Umständen nicht ganz so gefährlich erscheint, wie befürchtet. Eine technische Gegenbewegung könnte den Euro Stoxx 50 Index bis an die 90-Tage-Linie bei 4.192 Punkten führen. Sollte die genannte 200-Tage-Linie nicht halten, drohen weitere Abgaben bis zum Oktober-Tief bei 3.965 Punkten.
 

Dow Jones Industrial

Der Dow Jones verlor in der vergangenen Woche 1,98 % an Wert. Er schloss bei 34.899 Punkten. Der Tag nach Thanksgiving ist normalerweise ruhig. Aber das Auftauchen der neuen Corona-Variante Omikron in Südafrika hat auch an der Wall Street für kräftige Abverkäufe gesorgt. Der Dow Jones gab im verkürzten Freitagshandel 2,5 % ab, während der breitere S&P 500 um 2,3 % verlor. Der Nasdaq-Composite Index gab 2,2 % ab. Die neue Virus-Variante könnte dazu führen, dass die Risiko-Bewertung der Pandemie sich verändert. Sollte diese Variante ansteckender und mehr oder weniger immun gegenüber den bisherigen Impfstoffen sein, dann blieben zur Bekämpfung nur noch massive Einschränkungen des Alltagslebens. Letztendlich wäre dies Gift für das Wirtschaftswachstum und die Unternehmensgewinne. Der Abverkauf zum Wochenschluss hat die in der Vorwoche genannten Unterstützungen zur Makulatur werden lassen. Wir erwarten heute eine positive Eröffnung an der Wall Street, die den Dow Jones bis an die 90-Tage-Linie bei 35.203 Punkte führen kann. Oberhalb wartet die Gap-Kante bei 35.306 Punkten. Auf der Unterseite wären Abgaben bis in den Bereich der September-Tiefstände bei 33.613 Punkten möglich, wenngleich eher unwahrscheinlich. Vielmehr sollte der Dow Jones im Bereich um 34.800 Punkten gut unterstütz sein.
 

Bund-Future

Der Bund-Future notiert aktuell bei 172,10 %-Punkten und damit trotz der Aktienmarktturbulenzen etwas unter Vorwochenniveau. Das Auftauchen der neuen Virus-Variante hat zugleich dazu geführt, dass die Erwartungen auf eine Verschärfung der Geldpolitik einer Revision unterzogen werden. Die Erwartungen auf eine Zinsanhebung ist am Freitag um 10 Basispunkte gesunken. Die Rendite der 10-jährigen Bundesanleihe fiel so stark, wie zuletzt im März 2020. Solange es keine Entspannung bei den Corona-Zahlen gibt, wird die Flucht in sichere Häfen anhalten. Kursniveaus wie Ende Juli bei rund 173 %-Punkten im Generic-Chart sind möglich.
 

Einschätzung

In unserer letzten Ausgabe haben wir angemerkt, dass Gewinnmitnahmen nicht der schlechteste Ratgeber sind. Wer sich daran hielt, ist aktuell auf der sicheren Seite. Wir können uns vorstellen, dass wir trotz der Vielfalt an Nachrichten in Bezug auf die Corona-Pandemie wieder leicht steigende Kurse bis zum Jahresende sehen werden. Klar erscheint jedoch, dass die Volatilität zum ständigen Begleiter wird. Käufe sollten nur für risikobewusste Anleger in Betracht kommen, die auch eine höhere Kursschwankung aushalten können.

Stand: 29.11.2021

 


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