DAX

In der letzten Handelswoche verzeichnete der Deutsche Aktienindex ein Plus in Höhe von 354 Punkten oder 2,6 %. Positiv zu werten ist, dass es den deutschen Standardwerten gelang, ein sogenanntes reversal, also eine untere Umkehr, zu bewerkstelligen. Zunächst musste der DAX ein Verlaufstief bei 13.381 Punkten hinnehmen, im Anschluss erfolgten jedoch Käufe, die den Markt wieder deutlich nach oben zogen. Werfen wir zu Wochenbeginn einen Blick auf das große Bild: Bei 13.175 Punkten notiert derzeit die 200 Wochen-Linie, kurz darunter befindet sich bei 12.942 Punkten der Aufwärtstrend seit März 2020 (Corona-Tief). Mit diesen beiden Marken stehen wichtige Haltebereiche als Unterstützung zur Verfügung. Im Erfolgsfalle, also wenn diese Marken nicht mehr nachhaltig unterschritten werden sollten, könnte dies möglicherweise die Ausprägung eines Doppelbodens sein. An Konturen gewinnt dieses Szenario, wenn der DAX über den kurzfristigen Korrekturtrend seit Anfang April bei 14.173 Punkten steigt.
 

Euro Stoxx 50

Der Euro Stoxx 50 ging am Freitag mit einem Punktestand von 3.703 Punkten aus dem Handel und legte auf Wochensicht 2,04 % zu. Dadurch konnte die fast fünfwöchige Verlustserie eingestellt werden. Charttechnisch wurde das wichtige 23,6 % Fibonacci-Retracement bei 3.629 Punkten zurückerobert, nachdem der Euro Stoxx 50 zwischenzeitlich bis auf 3.526 Punkt zurück ging. Sollte die positive Stimmung aus der Vorwoche fortgeführt werden, bildet die 50-Tage-Linie, die exakt mit dem 38,2 % Fibonacci-Retracement bei 3.784 Punkten zusammenläuft, einen deutlichen Widerstand. Sollte es sich jedoch nur um eine technische Zwischenerholung handeln, werden die Tiefstwerte aus vergangener Woche erneut getestet. Vorbörslich geben die Kurse zum Wochenstart leicht nach. Wie bereits in der vergangenen Woche angemerkt, ist eine Stabilisierung über dem 23,6 % Fibonacci-Retracement bei 3.629 Punkten ein wichtiges technisches Signal, um die Verkaufswellen zu brechen. Auf Sektorenebene hat der europäische Konsumsektor am stärksten von der Markterholung profitiert. Die Gewinner der vergangenen Monate hatten jedoch das Nachsehen: der Rohstoffsektor gab –2,79 % nach und der Energiebereich –1,15 %.
 

Dow Jones Industrial

Der Dow Jones konsolidierte in der vergangenen Woche um 2,1 %. Er schloss bei 32.197 Punkten. Sämtliche Sektoren waren auf Wochensicht im Minus, mit Ausnahme des nichtzyklischen Konsums. Apple verlor kurzeitig seinen Status als wertvollstes Unternehmen in Punkto Marktkapitalisierung. Neutral betrachtet hat der Dow Jones mit dem Bruch des 32.000 Punkte Levels eine Topformation abgeschlossen, die sich über das vergangene Börsenjahr herausgebildet hat. Am Donnerstag notierte er bei 31.224 Punkten im Tief, ehe eine Gegenbewegung einsetzte. Würde sich diese Topformation bestätigen, dann könnte der Dow Jones bis in den Bereich von 27.000 Punkten fallen. Wir halten dieses Szenario zum aktuellen Zeitpunkt jedoch für unwahrscheinlich und erwarten eine Gegenbewegung nach oben und einen Sprung des Dow Jones über diese Widerstandlinie im Bereich von 32.000 Punkten, da wir an den US-Börsen aktuell ein aus technischer Sicht sehr gutes Set-up in Form von nach unten überdehnter Markttechnik, bei gleichzeitig sehr negativem Sentiment seitens der Marktteilnehmer sehen. Dieses Set-up sollte zumindest für eine gute Bärenmarktrallye sorgen und könnte den Dow Jones bis in den Bereich der 200- Tage- Linie (aktuell bei 34.868 Punkten) führen. Investoren sollten aus unserer Sicht also dieses „eigentliche“ Verkaufssignal der vergangenen Woche als Einstiegschance sehen. Wir sehen ein Erholungspotenzial zunächst bis zur 38-Tage-Linie (aktuell bei 33.914 Punkte).
 

Bund-Future

In der letzten Handelswoche verzeichnete das Rentenbarometer eine Korrektur im übergeordneten Abwärtstrend mit einem Wochenplus von 270 Ticks. Jedoch war am Freitag schon wieder ein Rücksetzer zu verzeichnen, zudem erreichte der Stochastik Oszillator seine obere Extremzone. Daher könnte das Erholungspotenzial bereits ausgeschöpft sein. Gibt der Bund Future in der kommenden Woche wieder nach, entsteht mit dem Durchbruch des Tiefs vom Mai bei 150,49 ein neues Verkaufssignal.
 

Einschätzung

Die Stimmung der Investoren ist derzeit sehr negativ. Oftmals handelt es sich um einen Kontraindikator. Zum deutlichen Erhöhen der Aktienquoten ist es vermutlich noch zu früh, mutige Anleger können erste Positionen aber durchaus aufbauen.
 

Stand: 16.05.2022

 


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