DAX

Der DAX ging am Freitag bei 13.982 Punkten aus dem Handel und schloss die Woche mit einem leichten Minus von 46 Punkten ab. Interessanter ist jedoch die Handelsspanne innerhalb der letzten 5 Börsentage. Der DAX testete erneut die Südseite und verzeichnete mit 13.684 Punkten ein Wochentief. Auf der Oberseite stieg der DAX kurzzeitig über den Korrekturtrend seit Anfang April bei 14.152 Punkten (Stand Freitag) und erreichte mit 14.226 Punkten sein Wochenhoch. Allerdings war der Ausflug über den Abwärtstrend nur von kurzer Dauer. Je nach Vorgaben der Wall Street zog der DAX nach. Heute Morgen deuten die Futures auf einen freundlichen Wochenstart hin. Die in der letzten Woche genannten Marken (200-Wochen-Linie bei 13.182 Punkten) sowie das Corona-Tief bei 12.942 Punkten bilden im aktuellen Umfeld den möglichen Boden der seit Jahresanfang in Gang befindlichen Korrektur. Auf der Oberseite gilt es den Korrekturtrend seit Anfang April nachhaltig zu überwinden. Für diesen Fall könnte der DAX rasch Richtung 14.500 Punkte marschieren. Hier befinden sich neben einer Reihe von Hoch/Tief-Punkten auch die fallende 90-Tage-Linie (14.492 Punkte).
 

Euro Stoxx 50

Der Euro Stoxx 50 ging am Freitag mit einem Punktestand von 3.653 Punkten aus dem Handel und gab auf Wochensicht 1,35 % ab. Auf Sektorenebene konnten in der Vorwoche die Rohstoff- und Energiesektoren nach einem kurzen Rücksetzer wieder zulegen (jeweils um 4,42 % und 1,92 %). Auf der Verliererseite findet sich der europäische Konsumsektor mit einem Verlust von 4,88 %. Charttechnisch betrachtet, bleibt der Abwärtstrend in Takt, wobei sich eine leichte Bodenbildung bei dem 23,6 % Fibonacci-Retracement bei 3.629 Punkten abzeichnet. Dies bestätigt auch der RMI-Indikator, indem er sich im stark überverkauften Bereich stabilisiert und eine leichte Tendenz zu einer Trendumkehr andeutet. Des Weiteren ist der Volatilitätsindex „VStoxx“ für den Euro Stoxx 50 wieder unter die 30 Punktemarke gefallen. Im vorbörslichen Handel deutet sich zunächst ein freundlicher Wochenstart an. Resümierend lässt sich festhalten, dass sich der Euro Stoxx 50 im stark überverkauften Bereich befindet und weitere Verkaufswellen geringer ausfallen sollten. Die kürzlichen Gegenbewegungen hatten aber wiederum wenig Schwung, sodass die Käufernachfrage zurückhaltend ist und von einer volatilen Seitwärtsbewegung auszugehen ist.
 

Dow Jones Industrial

Der Dow Jones konsolidierte in der vergangenen Woche um 2,9 %. Er schloss bei 31.262 Punkten. Unter Druck waren insbesondere die Konsum-Sektoren: nichtzyklischer Konsum verlor 8,6 % und zyklischer Konsum 7,4 %. Große Einzelhändler, wie Walmart, Target und Ross Stores veröffentlichten schwache Quartalszahlen bei gleichzeitig vorsichtigem Ausblick für das nächste Quartal, aufgrund zunehmenden Kostendrucks. Cisco, Applied Materials oder Deere nannten Lieferketten-Probleme als Ursache für schlechte Quartalszahlen. Die makroökonomische Nachrichtenlage war durch die Bank negativ, gleich ob aus dem verarbeitenden Gewerbe, vom Arbeitsmarkt oder vom Immobiliensektor. Aus technischer Sicht ist es definitiv enttäuschend, dass der Dow Jones aus dem guten markttechnischen Set-up in den letzten Wochen nicht profitieren konnte. Das düstere Makro-Bild belastet einfach zu sehr, sodass sich Erholungen bisher auf einzelne Tage beschränken. In der vergangenen Woche erreichte der Dow Jones sogar ein neues Verlaufstief mit 30.638 Punkten – ein Niveau, auf dem er zuletzt im März 2021 notierte. Dennoch besteht aus unserer Sicht nach wie vor die Chance für den Dow Jones doch noch eine Gegenbewegung nach oben zu starten. Ein realistisches Kursziel stellt nach wie vor das Erreichen der 38-Tage-Linie dar, die aktuell bei 33.500 Punkten verläuft, aber fallend ist. Berücksichtigt man den Zeitfaktor, dann könnte eine mögliche Erholung zunächst bis in den Bereich von 33.145 Punkten verlaufen (Verlaufstief von Ende Januar 2022). Aus unserer Sicht überwiegen nach wie vor die Chancen zum aktuellen Zeitpunkt, aufgrund einer überverkauften Marktsituation und eines sehr pessimistischen Sentiments seitens der Marktteilnehmer, was als Kontraindikator zu sehen ist.
 

Bund-Future

Der Bund-Future notiert aktuell bei 153,59 %-Punkten. Seit dem Kontrakttief vom 09. Mai bei 150,59 %-Punkten konnte sich der Bund-Future etwas erholen. Am europäischen Rentenmarkt wurden zuletzt die Papiere Italiens und Griechenlands abverkauft. Der Spread italienischer Staatsanleihen zu Bund-Anleihen stieg so stark an wie zuletzt am 10. März. US-Treasuries stehen heute unter Verkaufsdruck, nachdem sie zuletzt drei Tage in Folge zugelegt hatten. Für die kommenden Tage erwarten wir eine Entscheidung über die kurzfristige Richtung beim Bund-Future. Aktuell notiert dieser innerhalb des Korrekturtrends seit dem 07. März (153,91 %-Punkten) und dem kurzfristigen Aufwärtstrend seit dem 09. Mai (152,49 %-Punkten). Beide Trendlinien schneiden sich am 26. Mai, so dass wir uns entweder weiter erholen oder das Kontrakttief testen und nach unten durchbrechen.
 

Einschätzung

Die Stimmung der Investoren ist derzeit sehr negativ. Oftmals handelt es sich um einen Kontraindikator. Zum deutlichen Erhöhen der Aktienquoten ist es vermutlich noch zu früh, mutige Anleger können erste Positionen aber durchaus aufbauen.
 

Stand: 23.05.2022

 


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