Marktkommentar – KW5

Marktkommentar – KW5

Technische Aktien- und Rentenmarktaussichten

Fürst Fugger Privatbank – 31.01. – 04.02.2022

Das Handelsgeschehen am deutschen Aktienmarkt erinnerte in den letzten Tagen erneut an eine Achterbahnfahrt. Nach starken Verlusten kam es immer wieder zu Gegenbewegungen. Dennoch verlor der DAX in der letzten Woche 285 Punkte oder 1,83 %. Vor allem die Angst vor einer über den Erwartungen liegenden Straffung der Notenbank-Geldpolitik veranlasste die Anleger Kasse zu machen. Am Freitag kam es an den US-Börsen zu einer starken technischen Gegenbewegung. Die asiatischen Börsen profitierten davon ebenfalls und geben dem DAX heute weiteren Auftrieb.

DAX

Das Handelsgeschehen am deutschen Aktienmarkt erinnerte in den letzten Tagen erneut an eine Achterbahnfahrt. Nach starken Verlusten kam es immer wieder zu Gegenbewegungen. Dennoch verlor der DAX in der letzten Woche 285 Punkte oder 1,83 %. Vor allem die Angst vor einer über den Erwartungen liegenden Straffung der Notenbank-Geldpolitik veranlasste die Anleger Kasse zu machen. Am Freitag kam es an den US-Börsen zu einer starken technischen Gegenbewegung. Die asiatischen Börsen profitierten davon ebenfalls und geben dem DAX heute weiteren Auftrieb. Aktuell notiert der Index knapp oberhalb der 15.500 Punkte-Marke. Technisch besitzt der DAX Aufwärtspotential bis 15.587 Punkten. Darüber warten die 200-Tage- sowie die 38-Tage-Linie bei 15.610 bzw. 15.710 Punkten. Auf der Unterseite finden sich Unterstützungen bei 15.319 Punkten, gefolgt von 15.124 sowie 15.015 Punkten. Die technischen Indikatoren sind teilweise stark überverkauft und sollten unterstützend fungieren.

 

Euro Stoxx 50

Der Euro Stoxx 50 ging am Freitag mit einem Punktestand von 4.136 Punkten aus dem Handel und gab auf Wochensicht -2,19 % nach. Auf Sektorenebene gaben in der vergangenen Woche der europäische Technologiesektor mit 7,76 % am dramatischten ab. Der europäische Energie- sowie der Bankensektor konnten wiederum in einer turbulenten Woche sogar mit jeweils 2,09 % und 1,30 % zulegen. Charttechnisch betrachtet, war die vergangene Woche von einer starken Intraday-Volatilität geprägt. Der VStoxx-Volatilitätsindex erreichte mit 32 den höchsten Wert seit Dezember 2020. Aufgrund der hohen Intraday-Volatilität wurde die wichtige 200-Tage-Linie bei ca. 4.150 Punkte im Wochenverlauf mehrfach deutlich unterschritten. Der Euro Stoxx 50 konnte sich zum Wochenabschluss von den starken Verlusten jedoch erholen und sich knapp unter der 200-Tage-Linie stabilisieren. Ob diese kurzfristige Stabilisierung halten kann, werden die nächsten Tage zeigen. Vorbörslich deutet sich heute bereits eine positive Gegenreaktion an. Nichtsdestotrotz ist der Euro Stoxx 50 in Anbetracht schwächer werdender Indikatoren technisch angeschlagen. Fundamental betrachtet, werden die EZB- und BOE-Sitzungen am Donnerstag sowie die fortlaufende Gewinnsaison relevant.

 

Dow Jones Industrial

Der Dow Jones legte in der vergangenen Woche um 1,3 % zu. Er schloss bei 34.725 Punkten. Positiv zu erwähnen ist der Energie-Sektor mit einem Plus von 5 %. Die Berichtssaison entwickelt sich weiter robust. Rund ein Drittel der Dow-Titel legten in der vergangenen Woche Zahlen vor. So sahen wir gute Quartalsergebnisse u.a. von Apple, Microsoft, Visa und American Express. Lediglich 3M und Caterpillar reagierten negativ. Die Futures-Märkte begannen nach der der Sitzung der US-Notenbank weitere Zinserhöhungen einzupreisen, nachdem diese explizit vor höheren Inflationsrisken warnte und die Geldpolitik deshalb anziehen müsse. Die 10-jährige US-Staatsanleihe reagierte jedoch kaum auf diese Aussagen. Es war ein volatiler Handelsverlauf in der letzten Woche, gleich am Montag rutschte der Dow im Tief auf 33.150 Punkte. Wir hatten hier den Bereich bei 33.000 Punkten in der Vorwoche als Worst-Case-Szenario genannt. Der schwierige Handelsverlauf im Januar sorgte aus unserer Sicht für eine effektive Bereinigung der US-Märkte. Die überhitzten Indikatoren konnten abgebaut werden. Sie erscheinen ähnlich attraktiv wie im März 2020, als die Corona-Krise ihren Höhepunkt erreichte. Insofern gehen wir auch in dieser Woche von steigenden Kursen aus und rechnen mit einer zügigen Rückeroberung der wichtigen 200-Tage-Linie (aktuell bei 35.018 Punkten). Auch die negative Stimmung seitens der Marktteilnehmer sollte für die nötige „wall-of-worry“, also die „Mauer der Angst“ sorgen und so nach und nach neue Käufer anziehen. Wir sind also für die nächsten Wochen positiv gestimmt und rechnen mindestens mit dem Erreichen des Bereichs bei 35.519 Punkten, als auch 35.629 Punkten. Kurzfristige Schwäche würden wir aktuell zum Positionsaufbau nutzen.

 

Bund-Future

Der Bund-Future notiert aktuell bei 169,87 %-Punkten. Trotz der jüngsten Erholungsversuche gelingt es dem Bund-Future nicht seinen seit dem 20. Dezember bestehenden Abwärtstrend nach oben aufzulösen. Vielmehr rückt ein Test der Unterstützung bei 169,13/168,95 %-Punkten in greifbare Nähe. Am Freitag gab es erste Käufe in Bundesanleihen, die ihre zuletzt gesehenen Verluste leicht kompensieren konnten. Gesucht sind heute italienische Staatsanleihen, nachdem die Wahl des Staatspräsidenten doch noch von Erfolg gekrönt war. Sollte die genannte Unterstützung nicht halten, drohen mittelfristig Abgaben bis zum Kontrakttief bei 167,69 %-Punkten.

 

Einschätzung

Noch haben die Bären die Oberhand an den Börsen. Gelingt es die genannten Widerstände nachhaltig zu überwinden, könnten die alten Aufwärtstrends wieder in den Vordergrund rücken. Langfristige Investoren könnten erste vorsichtige Positionen in arg gebeutelten Technologiewerten aufbauen.

Stand: 31.01.2022

 


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2022-01-31T15:50:12+02:00