DAX

Der Euro Stoxx 50 ging am Freitag mit einem Punktestand von 4.155 Punkten aus dem Handel und legte auf Wochensicht 1,68 % zu. Aufgrund einer eindringlichen Warnung des US-Geheimdienstes, dass es zu einer Zuspitzung des Ukraine-Konflikts in naher Zukunft kommen könnte, kam es zu einen nachbörslichen Kursrutsch an den Aktienmärkten. Gold und Öl wiederum legten zu. Die aktuelle Börsenwoche wird primär durch Kriegssorgen und Zinsanhebungsdebatten geprägt sein, sodass technische Levels schnell an Bedeutung verlieren könnten. Die Erholungsbewegung über die 200-Tage-Linie in der Vorwoche wurde am Freitag unterbrochen, sodass der untere Rand bei 4.000 Punkten in einem Abwärtsszenario wieder in den Fokus rückt. Rückschläge darunter sind technisch kritisch, da sich diese Marke seit knapp einem Jahr als solide Umkehrzone etablierte. Geopolitisch Risiken und die Sorge einer geldpolitischen Überreaktion im Kampf gegen die Inflation werden weiterhin für erhöhte Volatilität sorgen. Der europäische Volatilitätsindex VStoxx hat sich in den letzten Wochen bereits auf einem höheren Niveau eingependelt. In dieser Woche veröffentlichen aus dem Euro Stoxx 50 u. a. die Allianz, Airbus, Kering und Schneider Electric ihre Quartalsergebnisse.
 

Euro Stoxx 50

Der Dow Jones konsolidierte in der vergangenen Woche um 1,0 %. Er schloss bei 34.738 Punkten. Zinserhöhungsängste, ausgelöst durch die höchste Inflationsrate seit 1982 in Höhe von 7,5 % auf 1-Jahressicht und der Ukraine-Konflikt belasteten. Gegen den Trend positiv entwickelte sich der Russell 2000 mit einem Plus von 1,4 %. Hier ist die Vielzahl der kleineren Unternehmen enthalten, die nicht zu den großen Qualitätstiteln gehören. Eine relative Stabilität dieser Titel darf als vorsichtig positives Zeichen interpretiert werden. Auch die Sektoren Energie (+1,8 %) und Rohstoffe (+1,1 %) entwickelten sich positiv. Aufgrund des schwachen Wochenausklangs rutschte der Dow Jones wieder unter die wichtige 200-Tage-Linie (aktuell bei 35.075 Punkten). Eine Rückeroberung dieser Linie ist elementar, um weiterhin optimistisch für die US-Börsen bleiben zu können. Diese Woche sollte sich noch als holprig erweisen, sprich die Marktteilnehmer sollten sich zumindest auf einen schwierigen Wochenauftakt einstellen. Wichtig wäre aus unserer Sicht, dass die US- Börsen und damit auch der Dow Jones in dieser Zeit nicht zu viel Boden preisgeben, sondern relative Stärke zeigen. Im weiteren Verlauf gehen wir davon aus, dass der Dow Jones einen erneuten Anlauf auf die 200-Tage-Linie unternehmen wird und im Normalfall auch überwinden können wird. Unser Worst-Case-Szenario wäre ein Abgleiten bis in den Bereich von 33.000 Punkten. Diese Unterstützung hat bisher gehalten und die Marktcharakteristik signalisiert uns, dass sie auch dieses Mal halten sollte. Nach wie vor müssen wir festhalten, dass der Dow Jones in letzter Zeit zu wenig aus dem unterstützenden Marktumfeld gemacht hat, was als potenzielles Warnsignal zu interpretieren ist.
 

Dow Jones Industrial

Der Bund-Future notiert aktuell bei 165,56 %-Punkten. Der Ausverkauf am europäischen Rentenmarkt hat sich mit den steigenden Risikoprämien am Aktienmarkt etwas verlangsamt. Vor allem Bundesanleihen dürften von der Suche nach Sicherheit profitieren. Auf der anderen Seite standen zuletzt Papiere aus der europäischen Peripherie unter Druck, da am Geldmarkt mit zwei Zinserhöhungen durch die EZB im Jahr 2022 gerechnet wird. Das Rentenmarktumfeld bleibt weiterhin schwierig. Technische Gegenbewegungen, wie aktuell zu sehen, sind einzukalkulieren, dies ändert allerdings nichts am intakten Abwärtstrend.
 

Bund-Future

Der Bund-Future notiert aktuell bei 165,92 %-Punkten. Der Ausverkauf am europäischen Rentenmarkt hat sich somit nochmals dramatisch beschleunigt. Ursächlich dafür sind die Wetten auf eine Straffung der EZB-Geldpolitik. Die Aussagen des EZB-Rats Klaas Knot, dass schon im vierten Quartal die Möglichkeit einer Zinsanhebung bestünde, sorgte zusätzlich für Abgabedruck. Besonders unter Verkäufen litten Anleihen aus Griechenland und Italien. Aber auch 10jährige Bundesanleihen notieren mittlerweile stärker im positiven Bereich, aktuell bei 0,209 %. Der Renditeaufschlag für italienische Anleihen beträgt derzeit 160 Bp., dem höchsten Niveau seit August 2020. Das Rentenmarktumfeld bleibt schwierig. Zwar könnte es aufgrund der überverkauften Marktlage zu einer technischen Gegenbewegung kommen, dies ändert allerdings nichts am intakten Abwärtstrend.
 

Einschätzung

Steigende Risikoprämien an den Aktien- und Rohstoffmärkten dürften die Anleger zur Flucht in sichere Häfen, wie Bundesanleihen, treiben. Aktuell scheint es wichtiger denn je bei der Aktienauswahl auf Qualität zu achten. Auch Valueaktien sollten profitieren.
 

Stand: 14.02.2022

 


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