Marktkommentar – KW22

Marktkommentar – KW22

Technische Aktien- und Rentenmarktaussichten

Fürst Fugger Privatbank – 27. – 31. Mai 2019

Nach dem kräftigen Rutsch in der Vorwoche, konnten sich die internationalen Märkte in der vergangenen Woche wieder etwas erholen und einen Teil der Verluste ausgleichen.


DAX
Der DAX schloss die letzte Handelswoche bei 12.011 Punkten und damit 1,86 % niedriger als die Woche davor. Die Europawahl liegt hinter uns. Obwohl der Wahlausgang für die EVP sowie die Sozialdemokraten enttäuschend verlief, startet der DAX freundlich. Begründet wird dies, dass die rechtspopulistischen Parteien nicht so stark zulegen konnten, wie erwartet. Wenn man der Statistik folgt, ist für die nächste Zeit eher ein Shortengagement angesagt. Die übergeordneten Trends sind derzeit allerdings noch aufwärtsgerichtet. Mit dem freundlichen Start entfernt sich der DAX wieder etwas von der seit Jahresbeginn bestehenden Aufwärtstrendlinie (aktuell bei 12.023 Punkten). Ein nachhaltiger Bruch nach unten würde das Chartbild eintrüben. Wie gesagt, ist der übergeordnete Trend noch aufwärtsgerichtet, so dass der DAX durchaus bis zum 61,8 % Fibonacci-Retracement bei 12.330 Punkten laufen kann. Dass es für weitere Kursgewinne zunehmend schwieriger werden dürfte zeigt auch der Blick auf die technischen Indikatoren. Während der Stochastikindikator bereits ein Verkaufssignal gibt, steht der MACD kurz davor dies zu bestätigen. Vorsicht scheint daher auf mittlere Sicht angebracht. Dabei kommt der Marke von 11.938 Punkten (50 % Fibonacci-Retracement) eine wichtige Rolle zu. Ein Unterschreiten könnte als Auslöser für volatilere Zeiten dienen.
 
Euro Stoxx 50
Der Euro Stoxx 50 notiert derzeit bei 3.368 Punkten und liegt somit im Vergleich zur vorherigen Woche ca. 1,1 % tiefer. Das 38,2 % Fibonacci-Retracement bei 3.432 Punkten konnte im Laufe der letzten Woche nicht überwunden werden und der Aufwärtstrendkanal, der sich seit Januar 2019 abgebildet hat, wurde nun endgültig durchbrochen. Als Unterstützungslinie wurde die 90-Tage-Linie bei 3.320 Punkten getestet und als Widerstandslinie zeichnet sich in einer ersten Stufe das 23,6 % Fibonacci-Retracement bei 3.369 Punkten ab, sowie in einer zweiten Stufe die 50-Tage-Linie bei 3.411 Punkten. Davon ausgehend ist aus technischer Sicht mit geringeren Zuwächsen zu rechnen sowie mit einem möglichen Beginn einer Seitwärtsentwicklung. Aus fundamentaler Perspektive zeichnen sich auch keine großen Kursimpulse ab, da sich das aktuelle Bewertungsniveau der KGVs leicht über dem historischen Durchschnitt bei 16,8 befindet. Der Handelsstreit zwischen den USA und China sowie eine mögliche Anhebung der Autozölle auf EU-Importe wird weiterhin für Verunsicherung und erhöhtem Volatilitätspotential sorgen.
 
Dow Jones Industrial
Der Dow Jones korrigierte in der vergangenen Woche um 0,7 %. Er schloss bei 25.586 Punkten. Er befindet sich jedoch immer noch über der 200-Tage-Linie, die aktuell bei 25.434 Punkten verläuft. Schwach entwickelten sich Tech-Werte, hier insbesondere die Halbleiter (-6,4 %), aber auch Energietitel. Defensive Sektoren, wie Versorger, Immobilienaktien oder Gesundheit waren gefragt. Aufgrund der Marktcharakteristik sind wir wieder optimistischer bezüglich der US-Märkte geworden, so dass wir inzwischen das Abwärtspotenzial für eher begrenzt halten und glauben, dass aktuell wieder die Chancen überwiegen. In dieser Woche könnten wir einen erneuten Test der 200-Tage-Linie sehen, gehen aber davon aus, dass der Dow Jones diese zurückerobern können wird. Auf der Oberseite ist die 50-Tage-Linie (aktuell bei 26.073 Punkten) der nächste Widerstand, den es zu überwinden gilt. Unser Worst-Case-Szenario liegt aktuell bei einer Schließung des Gaps bei 24.675 Punkten. Wir haben unser Szenario etwas abgeändert und sehen erst im Herbst wieder schwierigeres Terrain auf die US-Börsen zukommen. Wir halten das Erreichen neuer Hochs in den nächsten Wochen für wahrscheinlich.
 
Bund Future
Der Bund Future notiert aktuell bei 167,32 Punkten. Damit hält sich das Rentenbarometer weiterhin auf einem hohen Niveau. Die charttechnischen Indikatoren sind in der Summe weiterhin konstruktiv zu werten. Zudem sind derzeitige politische Unsicherheiten wie der Handels- und der Irankonflikt sowie die sich als möglicherweise schwieriger herausstellende Mehrheitsbildung im europäischen Parlament unterstützende Faktoren für das Rentenbarometer. Die nächsten Unterstützungen befinden sich bei 166,78/86 und 166,33/44 sowie bei 166,26 Punkten. Widerstände lokalisieren wir bei 167,40/43, 168,12 und 168,42 Punkten.

 

Einschätzung
Die Europawahl liegt hinter uns. Der Ausgang dürfte nur wenig überraschen. Wir konzentrieren uns auf die Charttechnik und Saisonalität. Beide Faktoren geben nur wenig Spielraum für einen deutlichen Aufwärtstrend. Wir halten daher an unserer eher abwartenden Haltung fest.
Stand: 27. Mai 2019
 

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2019-07-25T15:59:15+02:00