Marktkommentar – KW23

Marktkommentar – KW23

Technische Aktien- und Rentenmarktaussichten

Fürst Fugger Privatbank – 03. – 07. Juni 2019

Hauptbelastungsfaktor bleibt die Unberechenbarkeit der Politik von Donald Trump. Jüngstes Beispiel sind die Zölle auf Waren aus Mexiko. Und über allem lastet der Zollstreit mit China, sowie erneut aufkeimende Probleme in Italien.


DAX
Der DAX schloss die letzte Handelswoche bei 11.726 Punkten und damit 2,37 % niedriger als die Woche davor. Im letzten Monat gab der DAX sogar 5 % ab. Hauptbelastungsfaktor bleibt die Unberechenbarkeit der Politik von Donald Trump. Jüngstes Beispiel sind die Zölle auf Waren aus Mexiko. Und über allem lastet der Zollstreit mit China, sowie erneut aufkeimende Probleme in Italien. Eine Lösung scheint aktuell immer weiter in die Ferne zu rücken. Am letzten Freitag eröffnete der DAX mit einem Gap bei 11.902 Punkten und gab im weiteren Handelsverlauf fast 200 Punkte ab. Aktuell rückt somit die aus den 100- und 200-Tage-Linien bestehende Unterstützung bei 11.638/11.616 Punkten ins Blickfeld. Ein Bruch der letzten Marke würde das Chartbild deutlich eintrüben, mit weiteren Abgaben müsste gerechnet werden. Als Unterstützungen kämen das 38,2 % Fibonacci-Retracement bei 11.547 Punkten sowie 11.517, 11.425 und 11.357 Punkten infrage. Auf der Oberseite muss zunächst das Gap vom Freitag geschlossen werden. Sollte die 50-Tage-Linie bei 11.976 Punkten überwunden werden, wartet bei 12.155 Punkten der Aufwärtstrend seit Jahresanfang als markanter Widerstand.
 
Euro Stoxx 50
Der Euro Stoxx 50 notiert derzeit bei 3.258 Punkten und liegt somit im Vergleich zur vorherigen Woche ca. 3,3 % tiefer. Aufgrund der Drohungen von US-Präsident Donald Trump die Zölle gegen Mexico zu erhöhen, hat sich die Stimmung an den europäischen Aktienmärkten deutlich eingetrübt. Aus technischer Perspektive wurden das 23,6 % Fibonacci-Retracement bei 3.369 Punkten sowie die 50- und 90-Tage-Linie fast in einem Zug nach unten durchbrochen. Als Unterstützungslinie kristallisieren sich das 0 % Fibonacci-Retracement bei 3.260 Punkten heraus sowie die 200-Tage-Linie, die sich jedoch dem aktuellen Abwärtstrend nur schwer entgegensetzen können. Zusätzlich wird eine Abwärtsbewegung durch das unterschreiten der Nackenline der Schulter-Kopf-Schulter-Formation signalisiert, die sich seit März gebildet hat. Aus technischer Perspektive deutet sich somit keine positive Gegenreaktion an, jedoch werden die weltweiten Aktienmärkt derzeit stärker durch den Twitter-Account von Donald Trump gesteuert als durch fundamentale oder technische Indikatoren.
 
Dow Jones Industrial
Der Dow Jones korrigierte in der vergangenen Woche um 3,0 %. Er schloss bei 24.815 Punkten. Damit liegt der Dow Jones nur noch wenig über unserem in der Vorwoche genannten Worst-Case-Szenario, der Schließung des Gaps bei 24.675 Punkten, mit dem wir allerdings nicht so schnell rechneten. Dennoch halten wir eine technische Reaktion nach oben an diesem Punkt für wahrscheinlich und gehen davon aus, dass der Dow Jones auch die 200-Tage-Linie (aktuell bei 25.428 Punkten) zurückerobern können wird. Der nächste Widerstand wäre dann die 50-Tage-Linie (aktuell bei 26.015 Punkten). Eine Erholung bis in diesen Bereich halten wir für möglich. Wir haben unser Szenario etwas abgeändert und sehen erst im Herbst wieder schwierigeres Terrain auf die US-Börsen zukommen. Letztendlich könnte der Dow Jones, aus der nötigen Distanz betrachtet, dabei sein, eine Topformation zu vollenden. Zuvor sehen wir jedoch noch gute Chancen auf zunächst steigende Kurse.
 
Bund Future
Der Bund Future notiert aktuell bei 168,53 Punkten. Damit konnte das Rentenbarometer weiter zulegen. Zum Zollstreit mit China kommen nun noch Zölle auf mexikanische Güter hinzu. Hiermit will US-Präsident Trump die illegale Einwanderung in die USA stoppen. Mit dem Rücktritt von SPD-Chefin Nahles ist zudem möglicherweise die Große Koalition in Deutschland in Gefahr. Die charttechnischen Indikatoren sind in der Summe weiterhin konstruktiv zu werten. Einzig die Marktlage ist überkauft. Die nächsten Unterstützungen befinden sich bei 168,21, 168,12 sowie bei 167,72 Punkten. Widerstände lassen sich derzeit nur ableiten.

 

Einschätzung
Wir konzentrieren uns auf die Charttechnik und Saisonalität. Beide Faktoren geben nur wenig Spielraum für einen deutlichen Aufwärtstrend, können aber im Gegensatz zur Unwägbarkeit der amerikanischen Politik gut eingeschätzt werden. Wir halten daher an unserer eher abwartenden Haltung fest.
Stand: 03. Juni 2019
 

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2019-07-25T15:59:15+02:00