Marktkommentar – KW25

Marktkommentar – KW25

Technische Aktien- und Rentenmarktaussichten

Fürst Fugger Privatbank – 15. – 19. Juni 2020

Der DAX konsolidierte in der vergangenen Woche deutlich und rutschte wieder unter die 12.000-er Marke. Er schloss bei 11.949 Punkten und verlor somit auf Wochensicht 7,0 %. Nach dem zuletzt dynamischen Anstieg kommt eine Konsolidierung nicht unerwartet, heute in der Eröffnung startet der DAX mit einem Minus von über 2 %


DAX

Der DAX konsolidierte in der vergangenen Woche deutlich und rutschte wieder unter die 12.000-er Marke. Er schloss bei 11.949 Punkten und verlor somit auf Wochensicht 7,0 %. Nach dem zuletzt dynamischen Anstieg kommt eine Konsolidierung nicht unerwartet, heute in der Eröffnung startet der DAX mit einem Minus von über 2 %. Das Verlaufshoch wurde vergangene Woche gleich zu Beginn bei 12.913 Punkten erreicht. Am vergangenen Donnerstag rutschte der DAX wieder unter die 200-Tage-Linie (aktuell bei 12.140 Punkten), der aus unserer Sicht eine entscheidende Bedeutung zukommt. Erst ein nachhaltiges Überschreiten dieses Levels würde den Weg für weitere Kursgewinne freimachen. Die dynamische Rallye der letzten Wochen bedarf noch weiterer Konsolidierungsarbeit, so dass wir aktuell Erholungsversuchen nur wenig Potenzial einräumen. Sie sollten spätestens an der 200-Tage-Linie gedeckelt sein. Wir halten es derzeit für unwahrscheinlich, dass sich der DAX ohne vorherige Konsolidierung nachhaltig über diesem Niveau etablieren können wird. Ideal wäre eine Konsolidierung bis in den Bereich von 11.250 Punkten.

 

Euro Stoxx 50

Der Euro Stoxx 50 korrigierte deutlich in der vergangenen Woche. Er beendete die Handelswoche bei 3.154 Punkten. Dies entspricht einem Wochenminus von 6,8 %. Zu Wochenbeginn eröffnet der Euro Stoxx 50 bereits mit deutlichen Abschlägen von über 2,5 %. Der Euro Stoxx 50 zeigt im Vergleich zum DAX relative Schwäche, was sich allein schon darin zeigt, dass er den Sprung über die 200-Tage-Linie erst gar nicht geschafft hat. Er hat diese zwar letzte Woche zu Handelsbeginn mit einem Intraday-Hoch von 3395 Punkten von unten getestet, konnte sie aber nicht überschreiten. Erst ein nachhaltiges Überschreiten der 200-Tage-Linie (aktuell bei 3386 Punkten) würde dem Euro Stoxx 50 weiteres Aufwärtspotenzial geben. Wir denken, dass nach dem dynamischen Kursanstieg der letzten Wochen, weitere Konsolidierungsarbeit nötig ist. Das maximale Erholungspotenzial sehen wir aktuell bei der 200-Tage-Linie. Eine Konsolidierung, zumindest bis in den 3000-er Bereich, wäre ideal.

 

Dow Jones Industrial

Der Dow Jones konsolidierte in der vergangenen Woche um 5,55 % und schloss bei 25.606 Punkten. Auch beim Dow Jones war der Ausflug über die aus mittelfristiger Sicht sehr wichtige 200-Tage-Linie nur kurzfristiger Natur. Das Verlaufshoch wurde gleich zu Wochenbeginn mit 27.580 Punkten erreicht. Am Donnerstag gapte der Dow Jones schließlich wieder darunter und erlebte einen rabenschwarzen Tag mit dem höchsten Tagesverlust seit Wochen in Höhe von 6,9 %. Diese Korrektur war dringend notwendig, hatte sich im jüngsten dynamischen Kursanstieg doch eine Menge Schaum an den US-Börsen gebildet. Heute zur Eröffnung sollte der Dow Jones unter den Bereich von 25.000 Punkten rutschen, wo eine recht robuste Unterstützung verläuft. Wir glauben, dass zum aktuellen Zeitpunkt Erholungsversuche des Dow Jones eher kurzfristiger Natur sind und die Konsolidierung aus mittelfristiger Sicht noch nicht ausgestanden ist und den Dow Jones zumindest in den Bereich von 24.000 Punkten führen sollte. Ein erneutes Überschreiten der 200-Tage-Linie (aktuell bei 26.319 Punkten) halten wir ohne weitere Konsolidierung für nicht wahrscheinlich. Aus unserer Sicht sind die US-Börsen aktuell an einer entscheidenden Position, denn bei der Rallye der letzten Wochen könnte es sich lediglich um eine Bärenmarktrallye gehandelt haben. Dann müssten sich die Marktteilnehmer jetzt defensiver positionieren. Die US-Indizes müssten sich aktuell stabil über der 200-Tage-Linie halten, um eine Bestätigung für weiteres Aufwärtspotenzial generieren zu können. Wir glauben, dass das Aufwärtspotenzial auf Sicht der nächsten Wochen gering ist.

 

Bund-Future

Der Bund-Future-Kontrakt wurde letzte Woche gerollt, mit dem Ergebnis, dass er in den Bereich von 173 Punkten gapte. Schwächere Wirtschaftszahlen führten in der vergangenen Woche zu leicht steigenden Kursen beim Bund-Future, ehe der sehr schwache Handelsverlauf am Donnerstag vergangener Woche an den Aktienmärkten ihn über 175 Punkten führte und damit über das Verlaufshoch vom 4. Mai bei 174,69 Punkten. Ein schwieriges makroökonomisches Marktumfeld sollte dazu führen, dass sich der Bund-Future über der 200-Tage-Linie (aktuell bei 172,98 Punkten) etablieren können wird. Die nächste Unterstützung liegt bei 174,69 Punkten, der nächste Widerstand bei 175,3 Punkten (Verlaufshoch vom 31. Januar). Über diesen sprang er heute früh zur Eröffnung.

 

Einschätzung

Erholungsversuche der Aktienmärkte sollten auf aktuellem Niveau eher kurzfristiger Natur sein. Aus mittelfristiger Sicht halten wir die Börsen nach wie vor reif für eine Konsolidierung und halten demzufolge das Aufwärtspotenzial für begrenzt. Unter Risiko-Rendite-Gesichtspunkten erscheint eine defensive Positionierung attraktiv und ratsam.


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2020-06-15T16:27:23+02:00