Wie Corona das Sparverhalten der Deutschen verändert

Dr. Klein

Die finanzielle Unsicherheit durch die Corona-Pandemie hat Einfluss auf das Sparverhalten der Bundesbürger. Das zeigt der gerade veröffentlichte Sparklimaindex. Was genau die Ergebnisse des 69. Sparklimaindex des Verbandes der Privaten Bausparkassen aussagen und wie es um den Traum vom Eigenheim steht, hat Redakteurin Caro unter die Lupe genommen.

 

Im Auftrag des Verbandes der Privaten Bausparkassen e.V. hat das Marktforschungsunternehmen Kantar GmbH 2.000 Bundesbürger ab 14 Jahren für den 69. Sparklimaindex befragt. Die Studie erscheint dreimal jährlich und startete im Jahr 1997. Die letzte Befragung (68) wurde vor den Lockdown-Maßnahmen Mitte März durchgeführt.

Sparziel „Konsum“ auf 20-Jahres-Tief

Die Umfrage zeigt eine sehr deutliche Veränderung im Vergleich zu vorherigen Befragungen: Die Deutschen haben weniger Interesse am schnellen Konsum. Dieses Sparziel hat erstmalig seit 20 Jahren die 50-Prozent-Marke der Antworten unterschritten – und das sogar recht deutlich. Nur noch 44,8 Prozent der Deutschen spart für die Anschaffung von Konsumgütern wie beispielsweise Autos, Technik oder auch Reisen. Im März waren es noch 54,3 Prozent.

Seit einem Jahr ungeschlagen an der Spitze der Umfrage ist die Altersvorsorge. 54,3 Prozent aller Befragten sparen vorrangig für das Alter. Dieser Wert hat sich im Vergleich zur vorherigen Umfrage kaum verändert (54,7 Prozent). Der Erwerb von Wohneigentum landet mit 42,2 Prozent der Antworten auf Platz drei der Sparziele der Deutschen. Das Interesse am Eigenheim geht seit Anfang 2019 kontinuierlich nach oben und ist mittlerweile um stolze 13 Prozentpunkte gestiegen (Umfrage 01/19: 26,2 Prozent). Das Sparziel „Notgroschen“, das zuvor immer bei um und bei 4 bis 5 Prozent der Antworten lag, ist in der Sommerumfrage um 1,6 Prozentpunkte auf 7,4 Prozent gestiegen.

Über die Umfrage-Teilnehmer hinweg war die Sparquote – also die Anzahl der Sparer und Nicht-Sparer – zwar stabil, der Fokus hat sich jedoch verschoben. Die Corona-Pandemie hat das Sparverhalten der Deutschen also kurzfristig verändert. Konsumgüter und das Sparen auf diese haben enorm an Bedeutung verloren, was vermutlich mit der wirtschaftlichen und der privaten, finanziellen Unsicherheit zusammenhängt. Arbeitsplätze sind für viele Menschen sind nicht mehr so sicher wie noch vor einem halben Jahr. Deshalb scheint es den Umfrage-Teilnehmern wichtiger zu sein, etwas fürs Alter oder als Notgroschen für schwere Zeiten zurückzulegen.

Immobilien sind krisenunabhängig sehr gefragt

Den ungebändigten Wunsch nach einem Eigenheim, der aus dem Sparklimaindex hervorgeht, bestätigt auch der aktuelle Dr. Klein Trendindikator Baufinanzierung (DTB). Im Vergleich zum Vormonat stieg die Darlehnshöhe für Immobilien von 269.000 auf durchschnittlich 285.000 Euro an. Die Deutschen sind also trotz Krisenzeit bereit, mehr Geld für ihren Traum vom Eigenheim auszugeben. Der durchschnittliche Beleihungsauslauf liegt dabei aktuell bei 84,24 Prozent. Das bedeutet, dass sich Bauherren rund 84 Prozent des Kaufpreises in Form einer Baufinanzierung von der Bank leihen.

Bricht man den prozentualen Beleihungsauslauf einmal auf reale Werte auf, steigt mit der Darlehnshöhe auch der Anteil Eigenkapital in Euro, den die Deutschen in Ihren Hauskauf stecken. Damit bleiben Baufinanzierung auch in der Corona-Pandemie solide finanziert.

 


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