Marktkommentar – KW2

Marktkommentar – KW2

Technische Aktien- und Rentenmarktaussichten

Fürst Fugger Privatbank – 10.01. – 14.01.2022

Nach dem fulminanten Jahresschlussspurt setzte der DAX in der ersten Handelswoche des neuen Jahres seinen Aufwärtstrend zunächst fort. Mit 16.285 Punkten notierte der DAX in der Nähe des bisherigen Allzeithoch. Spätestens mit Bekanntgabe der neuen Inflationszahlen für den Euroraum sowie Deutschland war die Kauflaune zumindest kurzzeitig verflogen. In Deutschland stieg die Inflation im Dezember auf 5,3 % und damit auf den höchsten Stand seit 1983. Viele Anleger fürchten nun, dass nicht nur die US-Notenbank ihren Kurs ändert, sondern die EZB ebenfalls zu einer Kurskorrektur gezwungen sein könnte. In der heutigen Eröffnung startet der DAX mit leichten Abgaben.

DAX

Nach dem fulminanten Jahresschlussspurt setzte der DAX in der ersten Handelswoche des neuen Jahres seinen Aufwärtstrend zunächst fort. Mit 16.285 Punkten notierte der DAX in der Nähe des bisherigen Allzeithoch. Spätestens mit Bekanntgabe der neuen Inflationszahlen für den Euroraum sowie Deutschland war die Kauflaune zumindest kurzzeitig verflogen. In Deutschland stieg die Inflation im Dezember auf 5,3 % und damit auf den höchsten Stand seit 1983. Viele Anleger fürchten nun, dass nicht nur die US-Notenbank ihren Kurs ändert, sondern die EZB ebenfalls zu einer Kurskorrektur gezwungen sein könnte. In der heutigen Eröffnung startet der DAX mit leichten Abgaben. Inflation plus die Unsicherheit über die weitere Entwicklung der Pandemie könnten den DAX weiter bis in den Bereich um 15.860/15.830 Punkten drücken. Auf der Oberseite müsste der DAX über den Bereich 16.043/16.070 Punkten steigen, um seinen zuletzt vorherrschenden Aufwärtstrend wieder aufnehmen zu können.

 

Euro Stoxx 50

Der Euro Stoxx 50 ging am Freitag mit einem Punktestand von 4.305 Punkten aus dem Handel und startete die erste Handelswoche des Jahres nahezu unverändert, nachdem zum Ende der Handelswoche die anfänglichen Neujahrsgewinne wieder dahinschmolzen. Auf Sektorenebene entwickelten sich die europäischen Banken mit einem Wochengewinn von 6,74 % am stärksten, gefolgt vom Automobilsektor mit Zuwächsen in Höhe von 6,48 %. Die europäischen Technologie- und Gesundheitssektoren gaben mit jeweils -4,47 % und -3,61 % am stärksten nach. Der Euro Stoxx 50 wurde erneut abverkauft, nachdem er sich seinem Novemberhoch bei 4.415 Punkten angenähert hat. Charttechnisch betrachtet, überraschte das weniger, da der Index in Anbetracht des RSI bereits im überhitzten Bereich war und am oberen Bollinger-Band anstieß. Nachdem die 50-Tage-Linie dem Abverkauf standhalten konnte, bleibt der positive Trend in Takt und lässt Raum für einen erneuten Angriff auf das Novemberhoch. Fundamental betrachtet, stiegen die US-Anleihenrenditen am Mittwoch kräftig an, nachdem die veröffentlichten Fed-Protokolle auf eine stärker als erwartete monetäre Straffung hindeuteten. Solange der Markt diese etwas überraschende Entwicklung noch einordnen muss, ist von einer höheren Volatilität – insbesondere in hoch bewerteten Sektoren – auszugehen. Zudem wird in dieser Woche die Berichtssaison für das vierte Quartal 2021 von den US-Finanzinstituten eröffnet.

 

Dow Jones Industrial

Der Dow Jones konsolidierte in der vergangenen Woche leicht um 0,3 %. Er schloss bei 36.232 Punkten. Er hielt sich damit deutlich stabiler als die anderen Standardindizes Nasdaq Composite (-4,5 %), S&P 500 (-1,9 %) und Russell 2000 (-2,9 %), die von einer Schwäche von Technologie-Titeln bzw. Wachstumswerten betroffen waren. Diese litten unter einer Versteilung der Zinskurve. Die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihe erreichte 1,8 % und führte zu einer Sektorrotation hin zu Value. Finanzwerte (+5,4 %) aber auch Energie (+10,6 %) konnten hiervon profitieren. Die Futures-Märkte gehen inzwischen von einer über 75 %-Wahrscheinlichkeit einer ersten Zinserhöhung im März aus. Der Dow Jones konnte zwar Mitte der letzten Woche ein neues Allzeithoch erreichen, intraday erreichte er 36.955 Punkte, eine kurzfristig überhitzte Indikatorenlage bremste jedoch die Aufwärtsbewegung. Etwas mehr Abwärtspotenzial scheint möglich, es könnte jetzt auf der Unterseite zu einer Schließung des Gaps vom 27.12.2021 bei 35.792 Punkten kommen, wenig tiefer läuft als zusätzliche Unterstützung die 38-Tage-Linie (aktuell bei 35.736 Punkte). Unser worst case Szenario wäre ein Test des Verlaufshochs von Mitte August 2021 bei 35.629 Punkten. Wir gehen jedoch nicht davon aus, dass der Dow Jones diese Woche so schwach agieren wird. Vielmehr erwarten wir, dass die Erholung, die kurz vor Weihnachten begonnen hat, noch Luft nach oben hat, da die kurzfristig überhitzten Indikatoren bereits deutlich abgebaut wurden und das Abwärtsmomentum begonnen hat sich abzuschwächen. Insofern sollten aus unserer Sicht in dieser Woche die Chancen für steigende Kurse überwiegen. Wir halten einen erneuten Anlauf in Richtung Allzeithoch für wahrscheinlicher als eine Fortsetzung der Kursschwäche.

 

Bund-Future

Der Bund-Future notiert aktuell bei 169,79 %-Punkten. Die Rendite der 10-jährigen Bundesanleihe hat in der vergangenen Woche so stark zugelegt wie zuletzt im Juni 2020. Die in den letzten Wochen stark gesuchten Anleihen aus Griechenland und Italien stand zuletzt am stärksten unter Verkaufsdruck mit Renditeanstiegen um 13 bzw. 4 Bp. Mit Unterschreiten aller Unterstützungen ist der Bund-Future nicht mehr weit vom Kontrakttief aus dem Oktober bei 169,34 %-Punkten entfernt. Wir erwarten schnell einen weiteren Anstieg der Renditen bei den Bundesanleihen in den positiven Bereich, zumal von EZB-Seite mittlerweile eingeräumt wird, dass der Inflationsanstieg sich wohl länger halten könnte, als bislang von offizieller Seite postuliert wurde.

 

Einschätzung

Die Gemengelage aus Corona und Inflation sorgt für neue Sorgen an den Kapitalmärkten. Mittlerweile geht Goldman Sachs von vier Leitzinsanhebungen der Fed aus. Und mit Blick auf die Weltwirtschaft mehren sich die Zeichen, dass wir uns wohl eher auf eine Abschwächung der Konjunktur einstellen müssen. Aus China kommen schlechte Nachrichten zum Konsum. Bereits die Delta-Variante sorgte für starke Einbußen, die durch die Omikron-Variante noch schlimmer ausfallen könnten. Aus technischer Sicht ist die negative Divergenz zwischen dem Jahresauftakt beim S&P 500 und dem DAX von Interesse. Seit Ende der 1980er-Jahre trat diese Divergenz siebenmal auf. In 6 von 7 Fällen folgten auf das Gesamtjahr gesehen negative Kurse.

Stand: 10.01.2022

 


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2022-01-10T12:51:57+02:00