DAX

Der DAX ging am Freitag bei 14.462 Punkten aus dem Handel und schloss die Woche mit einem satten Plus von 481 Punkten ab. Wie schon in der letzten Ausgabe geschrieben, galt es den Korrekturtrend von Anfang Januar zu überwinden, um weiteres Aufwärtspotential freizusetzen. Unser genanntes Ziel von 14.500 Punkten wurde fast erreicht. Positiv sehen wir, dass die 90-Tage-Linie bei 14.381 Punkten nachhaltig überwunden wurde. Nächste Zielmarke stellt das 61,8 % Retracement der Bewegung 16.285/12.439 Punkten bei 14.816 Punkten dar. Die technischen Indikatoren sind in der Summe positiv und unterstützen den kurzfristigen Aufwärtstrend. Unterstützungen finden sich bei 14.391 Punkten, gefolgt von 14.315, 14.226 und 14.101 Punkten.
 

Euro Stoxx 50

Der Euro Stoxx 50 ging am Freitag mit einem Punktestand von 3.653 Punkten aus dem Handel und legte auf Wochensicht mit 4,24 % deutlich zu. Auf Sektorenebene konnten abgesehen vom Versorgersektor (-1,57 %) die meisten Sektoren die Woche mit einem positiven Vorzeichen abschließen. Der europäische Einzelhandelssektor entwickelte sich mit einem Zuwachs von 6,54 % am besten. Knapp dahinter lag mit einem Plus von 5,97 % der europäische Bankensektor. Der Stimmungswechsel hat sich charttechnisch bereits vergangene Woche leicht angedeutet, da sich in dem stark überverkauften Umfeld eine Bodenbildung bei dem 23,6 % Fibonacci-Retracement bei 3.629 Punkten bildete. Aufgrund der schwachen Käufernachfrage in den letzten Wochen überrascht der schnelle Anstieg direkt über das 38,2 % Fibonacci-Retracement bei 3.780 Punkten. Der Anstieg wurde von einem relativ hohen Volumen getragen, was sich positiv deuten lässt und Hoffnung auf eine Weiterführung der Rallye weckt. Im vorbörslichen Handel deutet sich ein freundlicher Wochenstart an. Den nächsten Widerstand sehen wir bei der 3.900 Punktemarke, die seit Februar nicht mehr nachhaltig überwunden werden konnte und einen negativen Wendepunkt für anhaltende Verkaufswellen darstellte. Auf der Unterseite stellt das 38,2 % Fibonacci-Retracement bei 3.780 Punkten, das mit der 50-Tage-Linie korrespondiert, eine Unterstützungszone dar.
 

Dow Jones Industrial

Die US-Börsen haben am Freitag ihre jüngste Erholung schwungvoll fortgesetzt. Nach dem Kursrutsch insbesondere von Ende April bis Mitte Mai kam es zu vermehrten Käufen. Dabei wurden die vermeintlich günstigen Kurse zum Einstieg genutzt. Zusätzlich stimulierte im Laufe der Woche das Protokoll der US-Notenbank zur jüngsten Zinssitzung, das als Beleg für eine nur graduelle Straffung der Geldpolitik zur Bekämpfung der hohen Inflation gewertet werden kann. Damit schaffte der Leitindex Dow Jones Industrial mit einem Plus von 6,24 % den größten prozentualen Wochengewinn seit November 2020. Damit lag der US-Leitindex 1.951 Punkte höher als die Woche zuvor, als der Dow Jones Index auf den tiefsten Stand seit mehr als einem Jahr gefallen war. Wegen des Feiertages „Memorial Day“ bleiben die US-Börsen heute geschlossen. Die marktbreiten Indizes S&P 500 und Nasdaq 100 stiegen ebenfalls überproportional. Auch wenn die Angst vor einem zu restriktiven Kurs der Fed etwas nachlässt, drohen von anderer Seite Gefahren. Wir stehen kurz vor Beginn der Quartalsberichtssaison. Anders als bislang gehen die Analysten von eher rückläufigen Gewinnentwicklungen bei den Unternehmen aus. Dies könnte die sehr nervösen Märkte erneut belasten und für fallende Kurse sorgen. Gelingt es die 38-Tage-Linie bei 33.251 Punkten zu überwinden, würde dies Potential bis 33.500 Punkten eröffnen. Unterstützungen finden sich im Bereich um 32.600/32.650 Punkte.
 

Bund-Future

Der Bund-Future notiert aktuell bei 152,81 %-Punkten. Am Freitag waren noch europäische Staatsanleihen gesucht. Heute Morgen belasten die zur Veröffentlichung anstehenden Inflationsdaten aus dem Euroraum. Analysten erwarten hier noch keine Entspannung, im Gegenteil es wird sogar mit einem erneuten Anstieg gerechnet. Der Spread italienischer Staatsanleihen zu Bund-Anleihen stieg erstmals seit einer Woche wieder an. Wir erwarten einen Test der 152,49 %-Punkten-Marke.
 

Einschätzung

Nachlassende Zinssorgen ließen zuletzt die Nachfrage nach Aktien wieder ansteigen. Die technische Verfassung hat sich kurzzeitig gebessert. Die anstehende Quartalsberichtssaison könnte jedoch zu erneuten Belastungen führen. Wir bleiben daher bei einer neutralen Positionierung.
 

Stand: 30.05.2022

 


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