Marktkommentar – KW3

Marktkommentar – KW3

Technische Aktien- und Rentenmarktaussichten

Fürst Fugger Privatbank – 17.01. – 21.01.2022

Die Gemengelage aus hoher Inflation und der damit verbundenen Änderung der amerikanischen Geldpolitik sorgt zusammen mit der sich weiter ausbreitenden Omikron-Variante für Verunsicherung unter den Anlegern. Hinzu kommt die aktuelle Quartalsberichtssaison. Der DAX gab die letzte Handelswoche weiter nach, wenn gleich sich die Abgabenbereitschaft in Grenzen hielt. Der Index verlor 65 Punkte oder 0,4 %. Aus China kommen heute positive Nachrichten. Das BIP im Jahr 2021 stieg um 8,1 % und damit stärker als erwartet. Zugleich nahm die dortige Notenbank eine Zinssenkung vor, um die Wirtschaft zu stimulieren. Dies sorgte für eine leicht freundliche Tendenz an den asiatischen Märkten.

DAX

ie Gemengelage aus hoher Inflation und der damit verbundenen Änderung der amerikanischen Geldpolitik sorgt zusammen mit der sich weiter ausbreitenden Omikron-Variante für Verunsicherung unter den Anlegern. Hinzu kommt die aktuelle Quartalsberichtssaison. Der DAX gab die letzte Handelswoche weiter nach, wenn gleich sich die Abgabenbereitschaft in Grenzen hielt. Der Index verlor 65 Punkte oder 0,4 %. Aus China kommen heute positive Nachrichten. Das BIP im Jahr 2021 stieg um 8,1 % und damit stärker als erwartet. Zugleich nahm die dortige Notenbank eine Zinssenkung vor, um die Wirtschaft zu stimulieren. Dies sorgte für eine leicht freundliche Tendenz an den asiatischen Märkten. Die Future auf die europäischen Aktienindizes sind ebenfalls im Steigen. Von den amerikanischen Börsen gibt es heute feiertagsbedingt keine Impulse. Charttechnisch dürfte weiter Druck auf dem DAX liegen. Der Stochastic-Indikator ist noch negativ und sorgt dafür, dass wir wohl seitwärts tendieren dürften. Auf der Oberseite finden sich Widerstände bei 15.950 Punkten, gefolgt von 16.090 sowie 16.155 Punkten. Auf der Unterseite lassen sich bei 15.883 sowie 15.724 Punkten stärkere Unterstützungen ausmachen.

 

Euro Stoxx 50

Der Euro Stoxx 50 ging am Freitag mit einem Punktestand von 4.272 Punkten aus dem Handel und gab auf Wochensicht -0,76 % nach. Auf Sektorenebene entwickelten sich die klassischen Value-Sektoren erneut am besten. Europäische Energieunternehmen konnten einen Wochengewinn von 4,57 % verbuchen und somit über die 300er Indexmarke steigen, die zuletzt vor der Corona-Krise 2020 erreicht wurde. Darauf folgte der Bankensektor mit Zuwächsen in Höhe von 3,13 %. Der europäische Consumer Products und Dienstleistungs-Sektor wiederum gab mit -5,22 % am deutlichsten nach. Aus charttechnischer Perspektive konnte der Euro Stoxx 50 die wichtige 50-Tage-Linie trotz einer hohen Intraday-Volatilität halten. Ein Ausbruch darunter ist nicht unwahrscheinlich und könnte die 100-Tage-Linie auf die Probe stellen. Darunter folgt bei ca. 4.150 Punkten die 200-Tage-Linie sowie das untere Bollinger-Band, die den Euro Stoxx 50 im Abverkauf stabilisieren sollten. Sollte der Euro Stoxx 50 auf die 200-Tage-Linie zusteuern, bietet der überverkaufte Zustand eine Chance für eine dynamische Umkehr, wie es bereits zwei Mal im Dezember der Fall war. Fundamental betrachtet, wird in dieser Woche die weitere Zinspolitik sowie die Berichtssaison das Nachrichtengeschehen bestimmen.

 

Dow Jones Industrial

Der Dow Jones konsolidierte in der vergangenen Woche um 0,9 %. Er schloss bei 35.912 Punkten. Von den Sektoren entwickelte sich der Energie-Sektor mit einem Plus von 5,2 % sehr positiv. Ein Nachfrageüberhang in Verbindung mit jahrelangen Unterinvestitionen und günstigen Bewertungen sollten diesen Sektor auch weiterhin stützen, zumal in einem Umfeld höherer Inflationsraten. Vielen Investoren dürfte eine gewisse Veränderung des Verhaltens der US-Aktienmärkte aufgefallen sein, Erholungen fallen seit Juli 2021 lange nicht mehr so dynamisch aus wie zuvor, auch atmen die US-Indizes tiefer aus. Dies wurde erneut am Freitag deutlich, als einige große US-Banken die Berichtssaison über das vierte Quartal 2021 starteten. JP Morgan, Citigroup und Blackrock reagierten deutlich negativ. Es erscheint aber wahrscheinlich, dass die Marktteilnehmer dort jetzt zukaufen, denn Finanzwerte gelten im aktuellen Umfeld höherer Inflation als favorisierte Anlageklasse. Seit Erreichen des Allzeithoch (intraday 36.955 Punkte) Anfang Januar konnte der Dow Jones seine kurzfristig überhitzte Indikatorenlage weitgehend abbauen, die langen Dochte im Chartbild signalisieren Kaufinteresse auf dem Level des Verlaufshochs von Mitte August 2021 bei 35.629 Punkten, unserem letzte Woche genannten Worst-Case-Szenario. Wir sind also für die neue Woche verhalten optimistisch gestimmt. Der Bereich bei 36.500 Punkten könnte in Angriff genommen werden, darüber wartet nur noch das Allzeithoch. Auch die negative Stimmung seitens der Marktteilnehmer deutet weiter Luft für steigende Kurse an. Letztendlich sind wir insgesamt gesehen jedoch vorsichtiger geworden, denn die US-Märkte haben bisher aus ihrem guten Einstiegssignal kurz vor Weihnachten einfach zu wenig gemacht.

 

Bund-Future

Der Bund-Future notiert aktuell bei 169,82 %-Punkten. Im Fokus der Anleger bleibt, wie die Notenbanken auf die vergleichsweisen hohen Inflationsraten reagieren. Während die US-Notenbank Fed eine vergleichsweise aggressive Inflationsbekämpfung mit wahrscheinlich vier Zinserhöhungen verfolgt, negiert die EZB die Inflationsgefahr. Allerdings wird der Druck auf die EZB massiv zunehmen. Sollte diese keine Zinsschritte vornehmen, würde der Euro gegenüber dem US-Dollar schwächer und die Importe würden sich verteuern und damit die Inflation weiter befeuert werden. Am europäischen Rentenmarkt kam es zum Wochenschluss zu einem Abverkauf angesichts der Erwartung in Bezug auf eine straffere Geldpolitik. Wir gehen in der Tendenz von weiter steigenden Renditen aus.

 

Einschätzung

Mit dem Anstieg der Renditen nimmt die relative Attraktivität von Aktien ab. Zudem erwarten wir noch längere Zeit anhaltend gestörte Lieferketten aufgrund der sich ausbreitenden Omikron-Variante. Eine defensivere Ausrichtung bei den Aktienengagements halten wir für angebracht.

Stand: 17.01.2022

 


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2022-01-17T15:55:34+02:00