Lesenswerter Beitrag in der WELT vom 4. April 2018

Die Große Koalition will bekanntermaßen u.a. zusätzlichen Wohnraum schaffen, indem sie das Baukindergeld wieder einführt. Hierfür müssen nach Berechnungen des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) in den nächsten 10 Jahren 3,68 Mrd. Euro eingeplant werden.

Experten und Fachverbände bezweifeln indes, dass durch diese Maßnahme diejenigen Effekte, die damit erzielt werden sollen, eintreten:

  • Die Zielgruppe „finanzschwache Familien“ wird nicht erreicht, weil ihnen in der Regel das für das Baukindergeld geforderte Eigenkapital für die Kaufnebenkosten (Grunderwerbsteuer, Notargebühren, Grundbuchgebühren, Maklerkosten) fehlen dürfte.
  • Durch diese Maßnahme wird die Bautätigkeit im ländlichen Raum gefördert, weil die Grundstückskosten dort noch erschwinglich sind. Im ländlichen Raum besteht aber auf lange Sicht kein Bedarf an zusätzlichem Wohnraum.
  • Die Förderung von Wohnraum in Ballungszentren wird damit gerade nicht gefördert, beanstanden auch der Bund der Steuerzahler, der Deutsche Mieterbund und Haus und Grund in seltener Einigkeit.
  • Es fehlt an weiteren begleitenden und wirksamen Maßnahmen zur Förderung von Wohneigentum in Ballungszentren, um künftiger Altersarmut vorzubeugen.

Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass die Experten die Baukindergeld-Pläne der GroKo mit „Ziel verfehlt“ beurteilen. Der zentrale Vorwurf: Das Baukindergeld fördert de facto solche Familien, die sich das Bauen auch ohne Baukindergeld leisten könnten. Die eigentliche Zielgruppe der finanzschwachen Familien hat mangels Eigenkapitals keine Chance, in den Genuss des Baukindergeldes zu kommen.

Zu diesem Thema: Lesenswerter Beitrag in der WELT vom 4. April 2018, dem Sie weitere Einzelheiten entnehmen können.


 

Zum Thema Baukindergeld die Übersicht über den Wohnraumbedarf in Deutschland bis 2020.


Wir halten Sie zur Entwicklung der Gesetzgebung zu diesem Thema auf dem Laufenden. Gerne können Sie uns jederzeit kontaktieren, wenn Sie ihre individuellen Voraussetzungen zur Inanspruchnahme von Fördermitteln prüfen lassen wollen. Derartige Fördermöglichkeiten gibt es nämlich schon heute, ganz unabhängig davon, wie es mit dem Baukindergeld weitergeht.